Samstag, Juli 09, 2022

Woche 27/2022 - Datenschutz, Google Fonts, ein Abmahnhonk und technische Abhilfe

Ich strudelte so durch eine turbulente Woche, kam übermüdet am Wochenende an und hatte dann wirklich Spaß beim Großfamilienmittagsessen im schicken Restaurant mit Wasserblick. :) Die absolut überteuerte, reisende Trashdinoausstellung, die wir mit den Kindern auf dem Heimweg besuchten, konnte die Stimmung nicht verderben. Während der Nachwuchs hüpfburgte, genossen die Liebste und ich händchenhaltend die Zweisamkeit.

Daheim angekommen, warf ich noch fix ein Blick in den Briefkasten. Ein Brief an den Verlag. Fanpost?! Die naive Kinderrakelschrift auf den Kuvert ließen es vermuten. Och, das wäre ja schön. Zweimal hatte ich in der Vergangenheit schon das Vergnügen.

Nach dem Öffnen gingen meine Mundwinkel aber nach unten und der Blutdruck nach oben.

Beim Besuch meiner Buchwebseite hatte der Briefeschreiber bemerkt, daß ich Google Fonts dynamisch eingebettet hatte, so dass seine IP-Adresse automatisch an Google Server übertragen hatten. Ich überprüfte das und tatsächlich: Bei ältere Wordpress Themes (in meinem Fall Twenty Fifteen und Twenty Seventeen) sind die Google Fonts automatisch in nicht-DSGVO-konformer Weise eingebunden (Ja, auch unter Wordpress 6.0 und aktueller Themeversion.). Der Hinweis im Brief ist also durchaus berechtigt. Das ist äußerst doof. Noch döfer ist, daß der sympathische Briefeschreiber, natürlich nicht ganz uneigennützig handelte, sondern auch noch 100€ Entschädigung haben möchte. Er beruft sich dabei auf ein Urteil der OLG München.

Was also tun? Ruhe erkaufen für 100€? Das klingt erst einmal gut. Aber sollte man das auch tun? Was für Leute schreiben einen 3seitigen Brief wegen so einer Lappalie und kassieren dann 100€ ab? These 1: Es handelt sich um einen Massenabmahner, der sich bereichern will. These 2: Es ist ein bekloppter Datenschutzorthodoxer, der schon Schnappatmung bekommt, wenn er herausfindet, daß die Postzustelllerin seine Adresse kennt... In beiden Fällen habe ich null Bock dieses "soziales" Verhalten durch eine Zahlung positiv zu verstärken. Obwohl es mir großen Unbehagen bereitet, gehöre ich definitiv zu den harmoniebedürftigen, nicht konfrontativen Zeitgenossen. Trotzdem: mein Geld bleibt (hoffentlich langfristig) bei mir und ich hoffe, daß die Geschichte hier endet. Drückt bitte alle verfügbaren Daumen!

Achso, wie könnt ihr prüfen ob Euch das Thema unter Wordpress auch betrifft?

(1) Ruft Eure Webseite auf und schaut Euch den Quellcode an. (Im Chrome geht das z.B. durch Strg+U.)

(2) Durchsucht den Code (Strg+F) nach "fonts.googleapis.com" und "fonts.gstatic.com" 

Ihr habt einen Treffer? Dann besteht leider Handlungsbedarf.

Schaut dann im Backend von Wordpress im Design-Menü nach, ober ihr in Eurem Theme Google Fonts deaktivieren könnt. Das sieht z.B. so aus: 




Gibt es diese Einstellungsmöglichkeit nicht (wie bei den oben genannten Standardthemes), dann installiert das kostenloses Plugin OMGF, welches die Google Fonts durch lokale Kopien ersetzt. (Natürlich gibt es noch einen Haufen andere Wege, aber so ist der ganze Prozess in wenigen Minuten umgesetzt.)

Habt ihr noch Hinweise in der Sache? Korrekturen? Andere Handlungsansätze? Dann würde ich mich über Kommentare unter diesem Artikel freuen. 

Es ist definitiv wieder einer der Tage, wo man sich als Contentersteller im Netz wie Freiwild vorkommt. Man erwirtschaftet (fast) nichts, sieht sich aber finanziellen Risiken ausgesetzt. Ich bereue nicht, dieses Blog (weiterhin) anonym zu fahren und denke sehnsüchtig an Geocity-Webseitentage zurück. 

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Nachtrag (20:27)
Die Einschätzung von datenschutz-notizen zu dieser Art von "Massenabmahnung" durch Privatpersonen lautet:

"Da wir aufgrund des sich uns aufdrängenden ersten Eindrucks davon ausgehen, dass die Schreiben mutmaßlich massenhaft versendet werden und letztlich weitestgehend wohl nur dazu dienen sollen, den Absender*innen einen netten Zusatzverdienst zu verschaffen, könnten betroffene Unternehmen trotz der relativ eindeutigen Rechtslage bei ihrer Entscheidungsfindung nach unserem Eindruck ganz gut zu dem Schluss kommen, auf das Schreiben nicht zu reagieren und die Zahlung nicht vorzunehmen."
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"Insgesamt erscheint es aus unserer Sicht durchaus vertretbar, sich dafür zu entscheiden, nicht auf diese Art von Schreiben zu reagieren und nicht zu zahlen, um damit einem solchen Geschäftsmodell die Grundlage zu entziehen."


Montag, Juli 04, 2022

Woche 24/2022 - Instagram, IFTTT, FlickR, Wordpress und der ganze Onlinefotokladderadatsch

Früher habe ich sehr viel fotografiert. Also mit diesen netten Apparaten, nicht mit dem Mobiltelefon. Irgendwann vor *blätter, blätter. blätter* 17 Jahren fing ich an, meine Bilder auf FlickR zu packen. Das war schön dort und preisgünstig. Beides hat sich leider geändert. Dafür bekommt man ständig Mails die einen anschreien: "Komm' mit Deinen Euros lieber zu uns, denn vielleicht löschen wir Eure Bilder!". 
Da ich mich ungern anschreien (und "erpressen") lasse, spiegle ich seit einer Weile meine Fotos direkt von Instagram via IFTTT auf meine Wordpressseite. Also jeweils das neuste Bild als extra-Post. Das klappt auch bedingt: Das neue Bild erscheint... bis der Hyperlink nach einigen Tagen nicht mehr funktioniert. Das sieht dann so aus und ist überhaupt nicht hilfreich:



Also werde ich wohl doch wieder "händisch" jedes Bild in Wordpress einbetten müssen. Wie so ein Urmensch. Absolut nervig, aber ich habe noch keine Alternative gefunden.

Woche 23/2022 - Quedlinburg

Vielleicht die schönste "soziale Verpflichtung" die uns "auferlegt" wird, ist das alle zwei Jahre stattfindende Familientreffen mit den Geschwistern und "Vetternschaft" des Vaters.

Dafür suchen wir uns immer einen Ort, den man gut in zwei, drei Tagen erkunden kann, so fiel diesmal die Wahl auf Quedlinburg. Auf meiner persönlichen Wunschliste stand die Stadt an der Bode nicht, aber trotzdem verbrachten wir eine schöne Zeit hier. Es ist unglaublich, wie viele Fachwerkhäuser es hier gibt. (Der Stadtführer sprach von mehreren TAUSEND.) Das Stadtgebiet kann man gut "abspazieren" und in der Harzer Umgebung gibt es zudem viel "Natur".

Ein bißchen überrascht war ich von den Hotel- und Restaurantpreisen, die ich von einer - liebe Anhaltiner und Anhalter vergebt mir - "B-Location" so nicht erwartet hätte. Aber wir schoben die Euros gerne über den Tisch, den außer dem Tourismus gibt es in der alten "Kaiserstadt" wirklich nicht viel und so haben die COVID-Beschränkungen starke Auswirkungen gehabt. Die Internsität dieser überraschte mich wirklich, obwohl wir ja auch aus einer "Tourismusregion" kommen. 

Ein bißchen trauere ich dem Umstand nach, daß ich es zeitlich nicht in die Feiniger-Gallerie zur Ausstellung "Von Rembrandt bis Richter. Meisterwerke aus der Grafischen Sammlung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg" geschafft habe. Sonst würde ich das eher "durchschnittlich interessante" Quedlinburg vielleicht nicht nur wegen der netten Gesellschaft dort in liebevoller Erinnerung behalten.