Um die Jahrtausendwende war ich viel mit der Bahn unterwegs. Dinge, die man tut, wenn die Freundin 600+ km weit weg wohnt oder das Ehrenamt ruft. Auch meine "Auslandssemester" in Heidelberg führten dazu, dass ich mich regelmäßig in Züge setzte: Entweder auf einem bequemen ICE-Sitz oder doch irgendwo auf dem Boden, weil damals noch viele Wehrdienstleistende zwischen Wohnort und Kaserne hin- und herpendelten.
Mit meiner Verwaltungstätigkeit wurden die Fahrten kürzer. Im Wesentlichen pendelte ich zwischen Flughafen und Büro, gelegentlich unterbrochen von längeren Dienstfahrten nach Brüssel oder Nordfrankreich. Auch in den Flitterwochen waren wir mit dem Zug unterwegs: Von Kronstadt aus ging es nach Budapest, Prag, Berlin und zurück nach Hause, wo der Kater schon auf uns wartete.
Seit Corona ist die Reisetätigkeit im Büro weniger geworden. Hier hat es tatsächlich die Pandemie gebraucht, um zu begreifen, dass man für einen halben Tag voller Vorträge vielleicht nicht immer gleich 40 Leute aus allen Ecken Europas einfliegen muss.
Als Familie mit Kindern waren wir in Sachen Zug eher regional unterwegs – ein Umstand, den wir gerne ändern möchten, wenn wir über Ostern auf den szekler-französischen Neffen aufpassen, während meine Schwägerin auf einer Konferenz ist. Ein Trip nach Paris – über Hamburg oder Berlin – lautet unser Vorhaben.
Die Reisezeiten und Preise auf der Bahnwebseite klangen ganz vernünftig, alles andere, was man aktuell über die DB hört, leider nicht. Und ich muss tatsächlich sagen, dass die Webseite (und/oder deren Algorithmus) eine mittlere Katastrophe ist: Vorgeschlagene Umsteigefenster von 8 (in Worten: acht) Minuten; buchbar angezeigte Züge, die erst unbuchbar waren, wenn man zahlen wollte; und eine Eingabemaske, die einen für jede mögliche Verbindung erneut nach den Geburtsdaten aller Reisenden fragte. Sagen wir es so: Mein Buchungserlebnis war eher so "mittel".
Am Ende hatten wir allerdings unsere Tickets. Und das zu einem sehr vernünftigen Preis. Und das finde ich schon toll. Zudem bin ich gespannt, wie die Reise wird. In Sachen "Buchung für Züge nach Paris" gebe ich noch für alle Interessierten ein paar Tipps mit.
Bei der Bahn werden Züge nach/aus Frankreich gern als buchbar angezeigt, obwohl keine Sitzplatzreservierungen mehr vorhanden sind. Die sind aber zwingend nötig. Ihr müsst euch also immer bis zum Ende durchklicken, um herauszufinden, ob die Verbindung wirklich buchbar ist.
Die Deutsche-Bahn-Seite "bockte" mehrmals beim Buchen für die Rückreise. Greift im Zweifelsfall einfach auf die Webseiten der SNCF oder Eurostar zurück und bucht dort (zumindest die Strecke bis über die Grenze).
Manche Langstreckenverbindungen filtert bahn.de aus irgendwelchen Gründen heraus. Schaut euch mögliche Streckenverläufe an und setzt im Suchfenster Wegpunkte (in unserem Fall Mannheim/Karlsruhe/Berlin/Hamburg), dadurch werden euch auch bedeutend bessere Routen und Alternativen angezeigt.
Auch eine Überprüfung der Umsteigezeiten lohnt sich. Einen 8-Minuten-Sprint in Pfeffersack City konnten wir umgehen, indem wir einfach einen 30-minütigen Aufenthalt für Hamburg in der Webseite angaben.
Vielleicht habt ihr noch zusätzliche Tipps? Ich habe gehört, in den Kommentaren ist noch Platz.
Ich werde nach Ostern an diesem Ort über unsere Reise berichten. Es werden weitere Abenteuer prognostiziert.



