Sonntag, März 16, 2025

Woche 6/2025 - Mit der Bahn nach Paris (Teil 1: Buchung)

Um die Jahrtausendwende war ich viel mit der Bahn unterwegs. Dinge, die man tut, wenn die Freundin 600+ km weit weg wohnt oder das Ehrenamt ruft. Auch meine "Auslandssemester" in Heidelberg führten dazu, dass ich mich regelmäßig in Züge setzte: Entweder auf einem bequemen ICE-Sitz oder doch irgendwo auf dem Boden, weil damals noch viele Wehrdienstleistende zwischen Wohnort und Kaserne hin- und herpendelten.

Mit meiner Verwaltungstätigkeit wurden die Fahrten kürzer. Im Wesentlichen pendelte ich zwischen Flughafen und Büro, gelegentlich unterbrochen von längeren Dienstfahrten nach Brüssel oder Nordfrankreich. Auch in den Flitterwochen waren wir mit dem Zug unterwegs: Von Kronstadt aus ging es nach Budapest, Prag, Berlin und zurück nach Hause, wo der Kater schon auf uns wartete.

Seit Corona ist die Reisetätigkeit im Büro weniger geworden. Hier hat es tatsächlich die Pandemie gebraucht, um zu begreifen, dass man für einen halben Tag voller Vorträge vielleicht nicht immer gleich 40 Leute aus allen Ecken Europas einfliegen muss.

Als Familie mit Kindern waren wir in Sachen Zug eher regional unterwegs – ein Umstand, den wir gerne ändern möchten, wenn wir über Ostern auf den szekler-französischen Neffen aufpassen, während meine Schwägerin auf einer Konferenz ist. Ein Trip nach Paris – über Hamburg oder Berlin – lautet unser Vorhaben.

Die Reisezeiten und Preise auf der Bahnwebseite klangen ganz vernünftig, alles andere, was man aktuell über die DB hört, leider nicht. Und ich muss tatsächlich sagen, dass die Webseite (und/oder deren Algorithmus) eine mittlere Katastrophe ist: Vorgeschlagene Umsteigefenster von 8 (in Worten: acht) Minuten; buchbar angezeigte Züge, die erst unbuchbar waren, wenn man zahlen wollte; und eine Eingabemaske, die einen für jede mögliche Verbindung erneut nach den Geburtsdaten aller Reisenden fragte. Sagen wir es so: Mein Buchungserlebnis war eher so "mittel".

Am Ende hatten wir allerdings unsere Tickets. Und das zu einem sehr vernünftigen Preis. Und das finde ich schon toll. Zudem bin ich gespannt, wie die Reise wird. In Sachen "Buchung für Züge nach Paris" gebe ich noch für alle Interessierten ein paar Tipps mit.

Bei der Bahn werden Züge nach/aus Frankreich gern als buchbar angezeigt, obwohl keine Sitzplatzreservierungen mehr vorhanden sind. Die sind aber zwingend nötig. Ihr müsst euch also immer bis zum Ende durchklicken, um herauszufinden, ob die Verbindung wirklich buchbar ist.

Die Deutsche-Bahn-Seite "bockte" mehrmals beim Buchen für die Rückreise. Greift im Zweifelsfall einfach auf die Webseiten der SNCF oder Eurostar zurück und bucht dort (zumindest die Strecke bis über die Grenze).

Manche Langstreckenverbindungen filtert bahn.de aus irgendwelchen Gründen heraus. Schaut euch mögliche Streckenverläufe an und setzt im Suchfenster Wegpunkte (in unserem Fall Mannheim/Karlsruhe/Berlin/Hamburg), dadurch werden euch auch bedeutend bessere Routen und Alternativen angezeigt.

Auch eine Überprüfung der Umsteigezeiten lohnt sich. Einen 8-Minuten-Sprint in Pfeffersack City konnten wir umgehen, indem wir einfach einen 30-minütigen Aufenthalt für Hamburg in der Webseite angaben. 


Vielleicht habt ihr noch zusätzliche Tipps? Ich habe gehört, in den Kommentaren ist noch Platz.

Ich werde nach Ostern an diesem Ort über unsere Reise berichten. Es werden weitere Abenteuer prognostiziert.

Sonntag, März 02, 2025

Woche 5/2025 - Adobe, Nerds at Work und Section 31

Ein guter Indikator für meine geistige Gesundheit ist die Frequenz meiner Blogeinträge und Social-Media-Posts. Ich hänge hier um einige Wochen zurück. Das Hamsterrad rotiert also auf Weltniveau.

Gelernt

Aus Gründen brauchte ich kürzlich eine aktuelle Version von Photoshop. Verrückt, dabei ist unsere Bürolizenz erst 14 Jahre alt. Also fix einen Account angelegt und die kostenlose 7-Tage-Testversion installiert. Allerdings war der Arbeitsprozess dann doch langwieriger als gedacht. Da traf es sich gut, dass beim Abmeldeprozess weitere 7 Tage angeboten wurden. Also schnell in der Folgewoche alle Änderungen im Projekt implementiert. Bei der endgültigen Abmeldung wurden mir dann zwei (!) weitere kostenlose (!) Monate angeboten. Eh, Leute. Macht mal lieber vernünftige Preise! Ihr seht doch bei Galeria Kaufhof, was solch ständiger Gutschein-Sch*iß, anstatt ehrlicher Preispolitik, für Folgen haben kann.

Gehört

Ab und zu braucht man mal einen neuen Lieblingspodcast. Meiner heißt – wissen ja viele nicht – "Nerds at Work". Die Doktores Jens Foell und Christian Scharun plaudern jeden Freitag über aktuelle Wissenschafts-News, teilen (un-)nütze Fakten aus der Forschung und analysieren neue Studien. Hauptberuflich sind sie in der Redaktion von Maithink X tätig. Für meinen Geschmack bietet die Sendung eine gute Mischung aus Wissensvermittlung, Unterhaltung und Albernheiten. Fünf von fünf Axolotls dafür!

Gesehen

Nicht nur das deutsche Parteiensystem fragmentiert, sondern auch das Star-Trek-Universum. Neuestes Baby ist der "Star Trek: Discovery"-Ableger "Section 31" mit Oscarpreisträgerin Michelle Yeoh. Die Kritiken für den Spielfilm, der anstelle der geplanten Serie produziert wurde, waren eher so mittel – um es nett auszudrücken. Ich kann das in Teilen schon nachvollziehen, denn die "Ocean’s 11 in Space"-Geschichte hätte überall stattfinden können. Die Liebesgeschichte war etwas sehr an den Haaren herbeigezogen, und irgendwie wurde den langweiligsten Charakteren fast die meiste Screentime geschenkt (Alok, Quasi, Zeph, San).

Gern würde ich mehr von Michelle Yeoh in meinem Lieblings-Sci-Fi-Universum sehen. Es war also kein absolutes Desaster für Trekkies, vor allem das Wiedersehen mit Rachel Garrett und die Einführung der Nanokins fand ich eine wunderbare Idee.



Sonntag, Februar 16, 2025

Woche 4/2025 - Die heimische Bibliothek

Ich bin zwischen Seemannsgarn und Büchern aufgewachsen. Letzteres erahnt man, wenn man unsere Wohnung betritt und erst einmal vor einem 3 Meter × 5 Meter großen Regal steht. Im ganzen Haus müssten es etwas über 1.000 Titel sein, einige Hundert andere aus Studien- und Promotionszeiten liegen gut verpackt auf dem Dachboden und warten darauf, einer neuen Leserschaft zugeführt zu werden. Bisher fehlten mir dafür aber die Zeit und Energie.


Eine besuchende Innendesignerin schlug tatsächlich einmal vor, die Bücher nach Farbe und Größe zu sortieren. Als Diplombibliothekarinnenkind bin ich fast hintenübergefallen. Ich bin zwar kein orthodoxer Jünger der Regensburger VK, aber ein Buch muss thematisch zu dem Fach passen, in dem es sich gerade befindet. Und sei es das "Einzusortieren"-Fach. Wenig macht mich nervöser, als Bücher nicht zu finden, die ich gerade brauche. Und das passiert - gut für meine geistige Gesundheit - sehr selten.

Was steht denn aber nun hier so rum? Eigentlich alles, was ich interessant finde. Überbleibsel von Studium und Forschung ("Games Nations Play" von John W. Spanier), DDR-Literatur (Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W."), Klassiker (zweisprachige Ausgabe von Becketts "Waiting for Godot"), viel Kinderliteratur ("Detektiv Pinky" von Gert Prokop), Kuriositäten (Jurek Beckers Neuigkeiten an Manfred Krug und Otti), Sci-Fi-Kram (die "Thursday Next"-Reihe von Jasper Fforde), Gegenwartsliteratur ("Herr Lehmann" von Sven Regener) und einige Graphic Novels und Comics.

Seit 20+ Jahren erfasse ich die Bücher – leider wirklich lückenhaft – mit einer mittlerweile historischen Version von EndNote. (Ich glaube, es ist No. 5 von 2001.) Dort sollten etwa 85 % der Titel verzeichnet sein, die bis 2016 ihren Weg zu uns fanden. Als alter Nerd habe ich die Liste tatsächlich auf meiner Webseite versteckt, damit ich, falls ich mal im Antiquariat stehe, auch weiß, ob ich den Band habe oder nicht. Denn manchmal kommt es tatsächlich zu Doppelkäufen.

Tatsächlich gibt es aber seit der Geburt der Kinder eine "Erfassungslücke", die mit jedem Geburtstags- und Weihnachtsfest erheblich wächst. Daher machte ich mich auf die Suche nach einer App, die mithilfe eines ISBN-Strichcodescanners diese Titel erfassen kann. Zu meiner Verzückung fand ich www.libib.com, die das wunderbar tut. Und wenn ein Band einmal "nur" eine ISBN und keinen Strichcode kann, bekommt man ihn einfach über die manuelle Eingabe der Zahlenfolge eingepflegt. Eine absolute Arbeitserleichterung! Schön auch, dass man mit seinem Benutzerkonto die Liste online einsehen und bearbeiten kann.


Als Herausforderung stellt sich momentan allerdings die Zusammenführung des "Altdatenbestands" mit Libib heraus. In EndNote hatte ich damals™ tatsächlich nicht die ISBN-Nummern erfasst (soweit überhaupt vorhanden). Dies jetzt nachträglich zu tun, ist wirklich nervig. Also dachte ich: Das ist doch mal ein Job, bei dem KI wirklich helfen kann! Aus den vorhandenen Angaben – Titel, Autor:in, Jahr, Ort – die passende ISBN für 776 Bücher zu suchen, sollte doch für eine künstliche Intelligenz, die was auf sich hält, kein Problem sein. Der Witz ist allerdings: Es ist ein Riesenproblem! Selbst wenn man den Prompt so formuliert, dass man nur ISBNs haben möchte, wenn sie aus zwei unterschiedlichen Quellen kommen, bekommt man nur unvalidierten, ausgedachten Datenmüll. Egal, welche übrigens welche KI man benutzt. Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren so entwickelt. Wäre schon schön, wenn meine Liste fertig wäre, bevor der Aufstand der Robotoiden beginnt.