Samstag, Juni 06, 2026

Woche 21/2026 - re:publica 2026 #rp26

Der Mai verlief bisher ereignisreich: Erst eine Dienstreise von mir nach Warschau, dann flog die Liebste nach Tallinn und zwischendurch ganz viel Möbelzusammengeschraube und Wandmalerei. Und damit wir diese Schlagzahl auch beibehielten, machte ich mich am Sonntag auf den Weg zur re:publica.

Nach guten Erfahrungen mit dem Hotel in fußläufiger Distanz zum Tagungsort hatte ich mich auch dieses Jahr dort eingecheckt. Das Zimmer war so gut, wie ich es in Erinnerung hatte, obwohl ich mich auch 2026 fragte, warum ein „Executive Room“ keinen Schreibtisch besitzt. Also schob ich meinen Dienstrechner auf das schmale Sideboard unterm Fernseher, um in den Tagen wenigstens ein paar Dienstmails schreiben zu können. Zumindest musste ich diesmal nicht parallel zur Konferenz eine europaweite Ausschreibung betreuen.

Am Montag stand ich dann schon um 9 Uhr gut gelaunt am Einlass, was eine sehr gute Entscheidung war. So konnte ich schon vor dem erwartbaren Massenansturm mein Namensschild in Empfang nehmen. Auch war es sehr schön, mit den Leuten in der Exhib Area entspannt zu plaudern, bevor der Wahnsinn begann.

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Inhaltlich überzeugte mich z.B. die aufrüttelnde Keynote von Karen Hao („Empire of AI“), die aufzeigte, was der ausufernde Einsatz von LLMs sozial, ökonomisch und ökologisch anrichtet. Sie plädiert auf sehr nachvollziehbare Art u.a. für den Einsatz kleinerer Modelle für begrenzte Probleme, die bedeutend ressourcenschonender sind. Wo letztes Jahr noch deutliche Skepsis herrschte, wurden vielerorts schon konkrete Vorschläge gemacht, wie man wieder den Deckel auf Pandoras Büchse bekommt. 

Gelungen fand ich auch viele Beiträge auf den kleinen Bühnen, wie den der Berliner Bibliotheken zur Archivierung von Webseiten. 

Was blieb sonst so? Der subjektive Eindruck, dass wieder mehr Fachbesucher als Erlebnistouristen auf der #rp26 waren. Zudem große Freude, die Kohlenstoffversionen von einigen von Euch kennenzulernen (Loosy & Kuchenschwarte) bzw. wiederzutreffen (Patricia). 

Nostalgische Gefühle kamen beim Panel mit den Blogosphären-Urgesteinen auf, ohne die Geschehnisse von damals künstlich zu erhöhen. 

Die dümmliche Berichterstattung vom Spiegel (ich zitiere mich selbst: „Wenn der Artikel nicht so böswillig wäre – und all die anderen, wirklich wichtigen Aspekte der #rp26 ausklammern würde, wie den verantwortungsvollen Umgang mit AI und digitale Souveränität –, könnte man sich darüber amüsieren, wie unwohl sich René Pfister in einer diversen, progressiven Umgebung fühlt.“) konnte auch meine Laune nach so tollen Tagen nicht verderben. Einige Tabs werden im Kopf noch eine Weile offen sein.

Donnerstag, Mai 14, 2026

Woche 13/2026 - LCARS, Merkel und Spitzkohl

Gekocht

Kompliziert lautet der Beziehungsstatus zwischen dem SPIEGEL und mir. Vergleichbar mit einer nur noch dahinplätschernden langen Ehe bin ich mal mehr, mal weniger von ihm genervt. Den allwöchentlich ausgerufenen Untergang der Zivilisation kann ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr ernst nehmen. Trotzdem gibt es immer noch das eine oder andere, was ich an ihm schätze.

So deckt mein S+-Abo meinen täglichen Grundbedarf an Information ab; den Rest übernehmen Lokal- und Fachpresse sowie meine sehr belesene Timeline, die immer gute Links empfiehlt.

Ach, warum fasele ich hier eigentlich vor mich hin? Ich mag die pragmatischen Kochkolumnen der Hamburger. Der Empfehlung für japanischen Spitzkohl möchte ich mich zum Beispiel anschließen.

Ausprobiert

Womit testet man neue großformatige Bildschirme und Beamer am besten? Als Trekkie natürlich mit Robs unglaublich detailliertem LCARS-Nachbau.

Er läuft ruckelfrei im Browser, ist komplett kostenfrei und bietet verschiedenste Einstellungen — von Sternenkartografie bis zur Darstellung unterschiedlichster Föderationsraumschiffe. Dazu kommen originalgetreue Soundeffekte, die das Ganze perfekt abrunden.


Gelesen

Die Autobiographie unserer einzigen Kanzlerin a. D. erschien bereits 2024 und tatsächlich habe ich fast zwei Jahre gebraucht, um mich durch das über 700 Seiten starke Werk zu arbeiten.

„Freiheit. Erinnerungen 1954–2021“ ist sehr lang, detailverliebt und in seinem Protokollstil bisweilen ermüdend. Man hätte es auf die Hälfte kürzen können, vielleicht sogar müssen.

Spannend und interessant wird das Buch immer dann, wenn Merkel nicht nur Ereignisse und Umstände referiert, sondern sie einordnet, ihre eigenen Gedankengänge offenlegt und politische Zwänge erklärt. Wie ihre Kanzlerinnenschaft ist auch dieses Buch ein Werk des Fleißes, der wissenschaftlichen Nüchternheit und der Disziplin.

Eine politische Vision bleibt es ebenso schuldig wie allzu private Einblicke in ihr Leben. Aber dafür braucht es vielleicht Menschen mit einem anderen Naturell.

Apropos, Angela... Dieser Sketch ist nachwievor großartig.

Mittwoch, Mai 13, 2026

Woche 12/2026 - Mette, Musik und multiple Emojis

Gelernt

Für genau solchen Quatsch wurde das Internet erfunden. Glaube ich zumindest. Auf Google kann man verschiedene Emoji miteinder fusionieren. Ich könnte mich damit stundenlang beschäftigen.






Gelesen

Vielleicht gibt es tatsächlich da draußen wirklich noch Leute, die nicht wissen, dass Herr Kowski ein Buch geschrieben hat. Eines, das wunderbar zu den aktuellen Mondmissionen paßt. 

Mette ist Prinzessin im kleinsten Königreich der Welt. Das wäre nicht schlimm, würde sie deshalb nicht von den anderen Königssöhnen und -töchtern andauernd geärgert werden. "Eingezwängt" zwischen den Nachbarstaaten bleibt nur eine Option: Man expandiert nach oben. Also wird aus dem Schlossturm eine Rakete gebaut und der Mond als Reiseziel ausgegeben. Aber das ist erst der Anfang dieser fantastisch-heiteren Reise mit starken Anleihen an die "wahren" Raumflüge zum Erdtrabanten.

Von mir gibt es - total parteiische - fünf von fünf Raumanzügen.

Gehört