Donnerstag, Februar 20, 2020

Herrliches Helsinki


Seit anderthalb Jahrzehnten bewege ich mich in der EU-Blase und ich bin sehr froh, daß meine Reisetätigkeit nicht mehr so intensiv ist, wie in den ersten Jahren. Denn wenn man ehrlich ist, gibt es wenig Unterschiede zwischen einer Dienstreise nach Bad Oldesloe oder nach Bratislava: Man sieht meist nur den Bahnhof (respektive Flughafen), die Konferenzräume, das Hotelzimmer und ein Restaurant am Abend.



Gelegentlich braucht man aber nicht zu jammern und man hat tatsächlich noch die Chance einen Tag lang die Stadt zu erkunden. So erging es mir kürzlich bei einer Dienstreise nach Helsinki und ich freute mich sehr, war mein letzter Stadtbummel in der finnischen Hauptstadt doch schon wieder einige Jahre her. Und der Standort meines Hotels direkt zwischen zwei Mumin-Shops führte – trotz anfänglicher Befürchtungen – nicht zu meiner ganz persönlichen Privatinsolvenz.

Zuerst besuchte ich Oodi, Helsinkis neue Zentralbiblothek, die im Dezember 2018 eröffnet wurde. Seitdem strömten mehr als 2,5 Millionen Besucher durch die Hallen, was mehr als 10.000 Personen pro Tag entspricht. Und ja, das Gebäude ist wirklich gut frequentiert, wirkt aber nie überfüllt. 
Ich war begeistert. Ein Land kann stolz auf sich sein, wenn es solche Horte des Wissens hat! Obwohl Bibliotheken von jeher zu meinen Lieblingsorten gehören, habe ich mich selten in einer so geborgen gefühlt. Die Idee der Auftraggeber und der Architekten war es, anläßlich des 100. Jahrestag der finnischen Unabhängigkeit, das erweiterte Wohnzimmer der Einwohner von Helsinki zu werden und einen Ort der Begegnung zu schaffen. Das ist gelungen! Auch zu später Stunden waren alle Bereiche des Hauses gut gefüllt und diese umfassen nicht nur Bücherspeicher und Lesesäle, sondern auch Meetingräume und einen riesigen Maker Space mit Nähmaschinen, Lasercuttern, Plotter und 3D-Drucker. Auch VR-Stationen , Übungsräume für Bands, eine Showküche und Räume für Videospiele stehen bereit.  Es handelt sich um einen wunderbaren Ort an dem man sich wohl führt, ein schönes Gebäude innen und außen.


Am folgenden Morgen besuchte ich das Amos Rex, das Museum für bildende Kunst welches sich unterhalb (!) des Lasipalatsi Platzes befindet. Zuerst befürchtete ich dunkle Katakombenatmosphäre aber die großen Deckenöffnungen lassen genug Licht hinein, um alle Bedenken wegzuwischen. (Na gut, der finnische Winter ist eh immer dunkel.) In einem Nebenraum befand sich die Dauerausstellung der Sigurd Frosterus Sammlung, welches alleine sicherlich nur Kennern einen Grund gibt, diesen Ort zu besuchen. Anders verhält es sich mit der Birger Carlstedt Retrospektive mit dem Namen „The Golden Cat“, welche absolut beeindruckend ist. Eine besondere Atmosphäre wird dadurch erzeugt, daß ein Klavierkonzert von France Ellegaard in einer Schleife den Raum beschallt. (Ja, muß man mögen. Und ich mochte es.) Neben den Werken von Malereien von Carlsted  waren auch entwürfe für Kostüme und Bühnenbilder zu sehen, Zeichenutensilien, Studien und Skulpturen. Definitiv eine Empfehlung für generell Kunstinteressierte.


In besonderer Erinnerung bleibt mir auch ein digitales Kunstwerk namens Ensovon Teamlab, das man sich am besten als mannshohen, rotierenden, räumlichen Tintenklecks vorstellt, der sich langsam auflöst.

Dienstag, Februar 18, 2020

Rpunkt spielt.... Dr. Mario World (lieber nicht mehr)

Mit einem guten Puzzlespiel bekommt man mich genauso wie mit Retrogaming, also war ich vollends begeistert, daß Nintendo den (S)NES-Klassiker Dr. Mario für iOS wiederbelebt.

Bildergebnis für Doctor Mario NES
Der Klassiker von 1990 ist unschlagbar.
Vor nun mehr fast 30 Jahren gehörte Dr. Mario, neben Tetris (und später Lumines auf der PSP), sicherlich zu meinen Favoriten in den Genre.

Was kann da schon schiefgehen?, mag man fragen.

Eine Menge!, muß man antworten.

Dr. Mario World ist überfrachtet, laut und einfach lausig.

Zunächst kann man das Spiel nur bei bestehender Internetverbindung zocken: Der Grund der "Reisemodus" ist quasi ein Candy Crush Clone, d.h. es wird eher herumgelickt um Aktivität vorzutäuschen als das gespielt wird. Die ersten Level sind viel zu einfach, dann plötzlich so schwer, daß sie ohne zusätzliche Käufe in der App nicht mehr zu schaffen sind. Ein Endlosmodus gibt es nicht, der "Versus"-Mode ist eher gut gemeint als gut gemacht. Eine Runde dauert ca. 2min. Als Belohnung gibt es ein paar Münzen und eine Rangliste.


Bildergebnis für dr. mario world
Bei der Neuauflage möchte man nur noch Wegrennen

Mein Fazit: Der Spielspaß hält nicht viel länger als der Titel zum Laden braucht. Ich sage: Hände weg und holt Euch lieber einer schönen Vollpreistitel. (Leider habe ich noch keinen wirklich, wirklich guten Puzzler im Tetris/Lumines/Dr. Mario-Stil für iOS gefunden. Für Tipps in die Kommentare bin ich dankbar.)

Dienstag, Dezember 31, 2019

Jahresabschlußgedanken #bestof2019

Das Jahr 2019 trudelt so langsam aus. Das nehme ich mal wieder zum Anlaß ein paar Gedanken (v.a. bezüglich meines Medienkonsums und der Netzwelt im allgemeinen) einzufangen. 

Beruflich war dieses Jahr sehr anstrengend. Der Weggang der Lieblingskollegin war wie erwartet nicht nur ein menschlicher Verlust, auch brauchten wir 13 Monate und drei Stellenausschreibungen, um jemanden zu finden, der mich im Büro unterstützt. Es wird immer schwerer qualifizierte Leute zu finden, wenn irgendwas im Gesamtbild der Stelle (Gehalt, Aufstiegschancen, Befristungen o.ä.) nicht stimmt. Der Mehrbelastung machte sich in Form von Überstunden, ungenutzten Urlaubstagen und erhöhtem Zuckerkonsum bemerkbar. Im Dezember hatte ich allerdings eine sehr, sehr gute Fortbildung, die inhaltlich voll überzeugte und bei der ich eine ganze Reihe neuer, kompetenter und netter Kolleginnen und Kollegenen kennenlernen durfte. Mal ganz davon abgesehen, daß sich durch sie vielleicht noch andere berufliche Perspektiven eröffnen.

Die beschränkte Freizeit versuchte ich so gut es ging zu nutzen: Weniger mit Netflix und Kino, sondern vor allem mit der Familie und den Freunden. Bei dem wenigen Filmen, die ich in diesem Jahr gesehen habe, war nichts dabei was ich unbedingt empfehlen würde, allerdings gab es ein paar Serien, die mir gut gefallen haben, v.a. das brillante "Fleabag*". Darüber werde ich kürze im Podcast ein paar Worte verlieren.

Ja, der Podcast war sicherlich eine der schönsten Überraschungen der letzten Monate. Sich mit einem netten Menschen über nerdige Themen austauschen zu können und dann auch noch ein paar Zuhörer zu haben ist eine sehr befriedigende Angelegenheit. Gleiches gilt für die Fertigstellung das kleinen Bilderbuchs, welches das Töchterchen zum Geburtstag bekam.


Gelesen habe ich 2019 v.a. Kinderbücher und Graphic Novels. Ich wurde schon schlechter unterhalten. Sehr empfehlen möchte ich die Hilda-Reihe von Luc Pearson, die Moomin-Klassiker zum Vorlesen, das wunderbare Bärenbuch von Kiki und das bewegenden und informative Agentterrorist* von Deniz Yücel.  

Gespielt wurde 2019 auch wenig. Es gab ein bißchen Anno im Frühling, Super Mario im Sommer und ansonsten eine gelegentliche Runde Concrete Jungle und Dominion (online). 

Sehr zufrieden war ich mit meinem Schreibpensum bis zum Winter: Die anvisierten 100 Blogbeiträgen lagen in greifbarer Nähe  bevor quasi acht Wochen lang immer irgendwer in der Familie krank war und sich das Zeitfenster für die Bloggerei fast vollständig schloß. Gerade auf dieser Plattform hier hätte ich mich gern noch häufiger geäußert. Ich werde aber auch im kommenden Jahr versuchen am "Dreistelligen" zu kratzen. Dabei werde ich noch öfter lieber Halbgares veröffentlichen, bevor am Ende des Jahres die Liste der "fast fertigen" Posts länger ist als die der tatsächlichen geposteten.


Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch! Wir lesen uns!