Dienstag, April 22, 2025

Woche 16/2025 - Mit der Bahn nach Paris (Teil 2: Die Fahrt)

Auf dem Papier sah die geplante Fahrt ganz harmlos aus: Eine RE für knapp zwei Stunden, dann in den ICE wechseln und abschließend ein kurzer Sprint mit dem TGV von Mannheim nach Paris. In der Summe hatten wir – inklusive der genügend großen Pausen zum Umsteigen – elf Stunden Reise angesetzt. Nichts, was nach entsetzlich viel oder Problemen aussah.

Allerdings machte die Deutsche Bahn schon in Hamburg Deutsche-Bahn-Sachen. Es gingen keine Züge mehr gen Süden. Andere Leute beobachten im Urlaub Polarlichter, wir, wie gleich drei ICEs vor unserem Auge gestrichen wurden. Also wurde ich Teil der touristischen Wartegemeinschaft vor dem Reisezentrum. Die Schlange bewegte sich ziemlich flink, was mich fröhlich stimmte. Denn mir machte das letzte Teilstück über die französische Grenze Sorgen. Während man in Deutschland ja fröhlich 1000 Reisende in einen 500-Personen-Zug einladen kann, gibt es im TGV so etwas wie Reservierungspflicht. (Finde ich übrigens eine gute Idee. Also für Länder, in denen die Züge in der Regel pünktlich fahren.)

Meine Fröhlichkeit verflog, als ich den Grund dafür erkannte, warum die Schlange vor dem Reisezentrum so schnell kürzer wurde. Die Anstehenden bekamen lediglich eine Wartenummer in die Hand gedrückt. Es blieb dann am Ende aber bei einer Stunde Wartezeit, die hatte ich auch anno 2000 bei der Anmeldung zur Magisterzwischenprüfung. Nichts, was mich schockt.

Die uns zugewiesene Bahnmitarbeiterin versuchte uns dann eine Weiterfahrt am kommenden Tag ab 6 Uhr irgendwas von Frankfurt aus als tolles Rechercheergebnis zu verkaufen, wir wählten dann doch eine Weiterreise nach Köln und ein Investment von weiteren 350 Euronen in zusätzliche Eurostar-, ex-Thalys-Fahrkarten, von denen man uns versprach, sie baldmöglichst zu erstatten. (Warum die Bahn bei einem Unternehmen, das weitestgehend der französischen Staatsbahn gehört, keine Fahrkarten buchen kann, ist ein Fall für Galileo Mystery.)

Den Rest der Reise auf deutschem Staatsgebiet verbrachten wir, da ohne Sitzplatzreservierung, im Bordrestaurant mit BVB- und Barca-Fans. Die Stimmung war gut und die vegane Bolognese auch. Von den Pommes würde ich aber immer abraten.

Mit zwei Stunden Verspätung erreichten wir dann Paris, erwischten einen sehr netten Taxifahrer, der uns mit wunderbarer Jazzmusik sicher durch die nächtliche Hauptstadt kutschierte.

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Für die Rückfahrt hatten wir schon im Vorfeld den Eurostar gebucht. Der Ex-Thalys ist zwar etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch deutlich bequemer als die ICEs sämtlicher Generationen, an die ich mich erinnere. Ein besonderes Bonbon für uns beide »EU-Arbeitende« war der Umstand, dass wir durch Brüssel fuhren, aber nicht aussteigen mussten. (Das nächste Meeting in einem seelen- und fensterlosen Konferenzraum muss auf uns also noch eine Weile warten.) Und da wir in Europa hart an der Angleichung der Lebensverhältnisse arbeiten, hatte der Eurostar dann auch gleich mal 35 Minuten Verspätung, was bedeutete, dass wir unseren Anschlusszug in Köln verpassten.

Allerdings waren wir mit einer gehörigen Portion Glück ausgestattet. Wie ich bereits erwähnte, kann man den Eurostar von Deutschland aus nicht durchbuchen. Das heißt, wir hatten verschiedene Tickets für beide Teilstrecken. Dank der Mitarbeiterin im Reisezentrum und des Ostermontagswahnsinns im Streckennetz durften wir dann allerdings doch – einmal mehr über Wuppertal und Osnabrück – weiterreisen. Und wieder testeten wir das Bordrestaurant. Allerdings gingen dort erst Ketchup und Mayo, dann Apfelschorle und am Ende sogar die vegane Bolognese aus.

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Am Ende waren wir aber auf unserer Alternativroute fast zur eigentlichen Reisezeit daheim. Trotzdem fliege ich beim nächsten Mal lieber wieder nach Paris, eventuell hat die Bahn etwas damit zu tun.

Bei Langerweile auf der Fahrt:
Staubsaugeranschluss am Thalys




Dienstag, März 18, 2025

Woche 8/2025 - Balatro, Extraordinary, Eierkartons und Lola Young

Gespielt

Irgendwer schrieb kürzlich: "Man sollte Balatro nicht installieren, wenn man irgendwann im Leben wieder ein anderes Spiel spielen möchte." Die Einschätzung möchte ich teilen. Was äußerlich wie eine glückspielige Pokerpartie aussieht, ist ein solider Deckbuilder mit gigantischer Tiefe, vielen Modi und Challenges. Und da er als Vollpreistitel daherkommt: Alles ganz ohne Werbung, In-Game-Käufen und dem ganzen Schwachsinn, den einem heute das Spielen verleidet. Wer 10 Euro investiert bekommt hunderte Stunden fantastischen Spielspaß. Vielleicht das beste Spiel für iOS seit Jahren. 

Gesehen

In der ZDF-Mediathek habe ich Extraordinary gesehen:

Jen lebt in einer Welt, in der die meisten Menschen um den 18. Geburtstag herum eine Superkraft entwickeln. Jen gehört zu den wenigen Ausnahmen. Sie wird bald 25 Jahre alt und wartet darauf, dass auch ihre Superkraft bald zum Vorschein kommt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Carrie und deren Langzeitfreund Kash versucht sie die Entwicklung dieser Superkraft zu erzwingen.

Die Ausgangsidee finde ich gut, das Drehbuch richtig klasse, aber mit der Umsetzung wurde ich tatsächlich nicht wirklich warm. Lag es an den Darstellern? Daran, dass ich seit Ewigkeiten mal wieder etwas synchronisiertes sah? Den manchmal sehr infantilen Humor? 

Angeblich gibt es Staffel 2 auch bei Disney - beim ZDF fehlt sie bisher. Auch im Original. Ich bin noch unsicher, ob ich es weiterschauen möchte.

Gelernt

Ich wurde gefluencert. Ich bin kein Fan von zweireihigem Aufstellen von Büchern, aber der Trick mit Eierkartons funktioniert tatsächlich gut, wenn der Regalboden tief ist und die Bücher eher niedrig.

Gehört

Anscheinend sind bei mir gerade englische Woche. Das Arrangement, die Band, das Storytelling, der Gesang! <3

Montag, März 17, 2025

Woche 7/2025 - Bücher, Duolingo und Origami-Katzen

Gelesen

Für Stammleser:innen ist es sicherlich eine richtige Überraschung: Bücher sind immer wieder ein Thema hier. Zuletzt berichtete ich etwa darüber, wie ich begonnen habe, meine heimische Bibliothek via Strichcode zu erfassen.

Leider beschränkt sich mein Buchbestand auch auf einige Kisten politikwissenschaftlicher und historischer Fachliteratur, die sich auf dem Dachboden befinden. Leider hatte ich noch keine Idee, wie ich mich von diesen trennen kann. Kiki beschreibt das ganze "bildungsbürgerliche Dilemma" ganz anschaulich in ihrem Blog.

Als Bibliothekarinnenkind KANN ich Bücher nicht entsorgen. Bisher wurde verschenkt, verkauft oder bei Tauschticket hinterlegt. Letzteres kann wirklich Jahre dauern.

Grundsätzlich verfolge ich die Regel, dass alles rausfliegt, was ich nicht mag, nicht noch mal anschauen würde oder keinen emotionalen Bezug dazu habe. Bisher klappt das ganz gut, wir müssen uns platzmäßig allerdings auch nicht wirklich einschränken.

Genervt

2025 muss ich mit meiner (Frei-)Zeit noch besser haushalten als in den Vorjahren. Beide Kinder gehen neuerdings Sportarten nach, die momentan noch viel Fahrdienst und Beaufsichtigungstätigkeiten mit sich bringen.

Eigentlich wollte ich wieder mal an meinem Ungarisch feilen, aber dafür habe ich gerade keine Kapazität. Mir ist aber das erste Mal bewusst geworden, wie schrecklich toxisch all diese Nachrichten von Duolingo sind. Und mich ganz persönlich die Software mehr stresst als motiviert. Ich glaube, ich setze mal ein Jahr aus.

Gelernt

Ich musste kürzlich ein paar kleine Änderungen an einer SVG-Datei durchführen, hatte aber nicht den richtigen Rechner mit der richtigen Software zur Hand. Doch online fand ich dieses Tool, das kostenlos alles tat, was ich brauchte. Das hat mich sehr gefreut. [Tipps]

Zu wissen, wie man eine Origami-Katze herstellt, ist auch sehr nützlich und erbauend. (Ich habe den Schwanz und die Sitzfläche mit zwei zusätzlichen Falzen modifiziert. Wenn ihr Euch mein Bild unten anschaut, erschließt es sich Euch, wie ich es gemacht habe.)