Montag, Oktober 26, 2026

Woche 32/2026 - Cluj/Klausenburg/Kolozsvár oder "Urlaub ohne Kinder, wie ging das noch mal? "

Am schönsten ist ja Familienurlaub ohne Familie. Das würde meine Frau niemals sagen. Nicht einmal denken. Nicht einmal darüber nachdenken, ob man das denken darf.

Und trotzdem finden wir jedes Jahr zwischen idyllischen Momenten im Haus auf dem Hügel im Wald, Sommerrodelbahn, Freunde besuchen, Zakuska kochen, Familienfesten und unzähligen Sprüngen in den Lieblingspool ein paar Tage für uns allein. Also für die Liebste und mich. Wie so ein frischverliebtes Paar.


Dieses Jahr erkundigten wir v.a. Cluj-Napoca. Andere nennen es Klausenburg oder ungarisch Kolozsvár und sie ist eine dieser Städte, bei denen man schon mit der Wahl des Ortsnamens unabsichtlich in ein Fettnäpfchen treten kann.

Über Jahrhunderte gehörte die hübsche siebenbürgische Universitätsstadt zum Königreich Ungarn, später zur Habsburgermonarchie, bevor sie nach dem Ersten Weltkrieg rumänisch wurde. Mit einer Unterbrechung von 1940 bis 1944 ist sie dies noch heute.

Und zu allen Zeiten wurde sie von den verschiedensten Völkergruppen Siebenbürgens bewohnt. Bedauerlicherweise hat sich allerdings bis heute aus diesen unterschiedlichen Erinnerungen keine wirklich gemeinsame, nicht-nationalistische Geschichtskultur entwickelt. Natürlich gibt es Bemühungen um Verständigung, mehrsprachige Initiativen und Menschen, denen die „Ethnie“ ihrer Nachbarn erfreulich egal ist. Aber im öffentlichen Gedenken stehen sich die historischen Narrative häufig noch immer ziemlich unversöhnlich gegenüber. Und der Umstand, dass der Ort quasi ein „ungarisches“ und ein „rumänisches“ Stadtzentrum besitzt, macht die Situation noch kurioser und skurriler.

Aber natürlich gibt es auch Orte, wo alle Kulturen nebeneinander und miteinander stattfinden können, etwa in der tollen Annie Klaus Galerie. Hier findet man tolle Postkarten für 2 €, wunderbare Drucke für 30 € oder auch ein wandfüllendes Gemälde für einen bedeutenden fünfstelligen Betrag. Und da meine Liebste und ich etwas verrückt sind, sind wir unserem eigenen Wahlspruch „Kauft mehr Kunst!“ gerne gefolgt.



Abends gab es dann wunderbare, selbstgemachte Nudeln bei Pasta Nostra. (Hier gab es von uns fünf von fünf möglichen „Da capo(s)!“)

Unser Fazit? Wir freuen uns schon auf 2027!

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