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Samstag, Januar 24, 2026

Woche 52/2025 - Zwei Blicke nach vorn und einer zurück

Der letzte Blogeintrag des Jahres heißt so wie der erste. Ich 🦊! 

Na gut, ein richtiger 🦊 hätte das jetzt nicht verraten. Aber ich bin am Jahresende versöhnlich mir gegenüber und weniger wie Andi Möller. („Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.“)

2025 ist schon wie sein Vorgänger äußerst schnell vergangen. Zwischen Weihnachtsbaumnadeln und Papierschlangen wäre ich fast der Illusion erlegen, dass ich in diesem Jahr nichts geschafft hätte, aber wenn ich so durch das Blog blättere, stimmt das nicht ganz.


Gelesen

Drei tolle Bücher habe ich in diesem Jahr gelesen: "Die Winterschwestern", Der Astronaut und "Rico, Oskar und die Tieferschatten".

Caroline Wahls „22 Bahnen“ und „Der Liebende“ … wie drücke ich es nett aus … überlasse ich einer Leser:innenschaft, die die beiden Romane zu schätzen weiß. Durch den Ehrenhauser quälte ich mich über Weihnachten. Na ja, wenigstens hat mich das Buch weder intellektuell noch emotional überfordert.

Gesehen

Ich habe auch in diesem Jahr furchtbar wenige Filme gesehen. „Mickey 17“ etwa fand ich so menschenverachtenden Gewaltp*rn, dass ich keine 20 min durchhielt, viel Spaß hatte ich dann allerdings beim ersten der neuen Dune-Filme (yes, I am late for the party) und der Realverfilmung von „Lilo & Stitch“. Beim letzteren habe ich sogar etwas geheult im Kino, und das nicht aufgrund der Qualität des Drehbuchs.

Ein paar Klassikern habe ich auch noch ein bisschen Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt, z. B. „Nelken in Aspik“.

Gereist

Das erste Mal seit den Coronasjahren war ich wieder häufiger dienstlich und privat unterwegs: Lissabon, Riga, Tampere und Paris. Dazu kam ein wunderbarer Ausflug nach Köln mit der Liebsten und Ausflüge zur re:publica und der Bundesakademie. Und dann waren wir auch noch eine schöne Reise nach Australien … dazu sollte ich auch noch bloggen. Eigentlich. Wenn ich denn Zeit hätte.



Geschrieben

Dieses Jahr sind 35 Blogartikel entstanden, was ein bisschen weniger sind als in den Vorjahren. Ich versuche, mich zu bessern!

Überrascht haben mich die Zugriffszahlen im Frühling und Sommer. Plötzlich fühlte ich mich an die frühen 2000er Jahre erinnert, als das mit dem Bloggen ein richtiges Ding war. Aber im Herbst fielen diese wieder aufs alte Niveau zurück, bevor der Ruhm meinen Charakter endgültig verderben konnte.

Große, neue Schreibprojekte bin ich dieses Jahr nicht angegangen. Einige (erfolglose) Bewerbungen habe ich vom Tisch gearbeitet, eine – meiner Meinung nach – ganz nette Ottokar-Hommage habe ich verfasst und ein wunderbares, kleines Bändchen mit meiner Tochter geschrieben. Das hat wirklich Spaß gemacht. Ich bin halt doch ein Mann für kleine, kurze Formate.

Gezeichnet

Gezeichnet habe ich 2025 gefühlt zu wenig, auch wenn meine Instagram-Wand was anderes sagt. Es gab v. a. einen kleinen Paris-Menschen-Zyklus und dann eine Idee, endlich mal (wieder) auf vierstellige Followerzahlen zu kommen. (Da war ich bei Twitter ja schon mal deutlich drüber. Aber das war noch im anderen Paralleluniversum.) Für mehrere Wochen nahm ich ein Zeichenvideo für jede neue Followerschaft auf. Da war ganz schön Überwindung nötig. Es gab positive Reaktionen, aber so richtig hob das Projekt nicht ab. Vielleicht hatte ich wieder zu wenig Ausdauer. Ich sollte da eventuell noch mal neu ansetzen.



Und sonst so?

Im zweiten Halbjahr hatte ich so ein Tekkie-Ding am Laufen, von dem ich noch immer unsicher bin, wo es herkam. Mit Jellyfin habe ich meinen „eigenen“ „Streaming-Dienst“ verwirklicht und mit „WannWarEs“ und „Schreibmonat.de“ gleich zwei Webseiten aufgesetzt, die ihre eigene, kleine Community gefunden haben. Die gesammelte Erfahrungen strahlten sogar ins Berufsleben hinüber. Verrückt!

Was machen wir mit Dir, 2026?

Die Reisepläne fürs neue Jahr fallen moderat aus: Berlin, Luxemburg und Vorpommern stehen auf der Liste bisher. Undm it ein bisschen Glück schaffen wir es im Herbst zur guten Freudin nach Estland, wenn sie ein dienstlicher Termin mit Freizeit kombinieren lassen. Das wäre dann ohne Kinder. Ich weiß gar nicht, ob wir das noch können. 

Ansonsten bin ich v.a. in Sachen Buch unterwegs: mehrere Lesungen und eine Kinderbuchmesse sind fest gebucht und falls ihr noch eine sympathische Buchhandlung, Bibliothek oder Schule wisst, die Interesse haben könntet. Immer her zu mir... Die Verlagsseite sollte in Angesicht von gleich drei Neuveröffentlichungen im neuen Jahr dringend überarbeitet werden. Sie tut zwar, was sie soll - d.h. v.a. Buchbestellungen und Rechnungen managen - ist aber furchtbar langsam und altbacken. Nach einem Relaunch sollten die Bücher im Vordergrund stehen. Mal sehen, ob ich das hinbekomme.

Meine to-do-Liste sagt zudem, ich sollte meinen Führerschein verlängern lassen. Erst habe ich das Projekt zielstrebig verfolgt, aber seitdem ich weiß, dass eine "Strafe" 10 EUR bei einer Verkehrskontrolle sind, ist meine Motivation verpufft. 

Verpufft ist mein Interesse an dem Disney-Sammelkartenspiel Lorcana. Die Regeln habe ich immer noch nicht drauf. 

Und was wünsche ich mir noch so? Weniger Erwerbsarbeit und mehr Gesundheit für alle. Mehr bewegen sollte ich mich. Vielleicht hilft es, wenn ich hier verkünde: 2026 möchte ich auf zusäzliche (!) 500 Spaziergangkilomenter kommen... So als Anfang.

Mittwoch, Dezember 24, 2025

Woche 49/2025 - Müde Menschen und fliegende Weihnachtsgeschenke

Der Jahresendspurt brachte die Liebste und mich ehrlich gesagt an den Rand unserer Kräfte: zu viele Termine, soziale Verpflichtungen, To-dos und berufliche Deadlines.

Aber nach vier Weihnachtsfeiern, einem Jahresendfußballturnier und einigen Erkältungen im Familienverband saßen wir dann letztes Wochenende doch gemütlich auf der Couch und packten Geschenke ein.

2025 steht wieder einmal Weihnachten bei den Schwiegers an, wir wechseln jährlich zwischen daheim und Siebenbürgen, wobei wir zuletzt aber zwei Jahre hintereinander unter dem eigenen Weihnachtsbaum saßen, was wir alle – inkl. Kater – sehr genossen haben, auch wenn wir natürlich auch den Szekler-Teil der Familie gern besuchen.

Logistisch ist das aber immer eine Herausforderung: Welche Geschenke bringen wir mit? Welche gibt es erst daheim? Vorzugsweise sollten alle Präsente leicht und von geringem Volumen sein. Unzerbrechlich wäre auch ein Vorteil. Packt man wenigstens ein Geschenk pro Kind in das Handgepäck?

Wenigstens ist uns in diesem Jahr Pegasus hold und es gibt wieder einen Direktflug von Hamburg nach Sibiu. Das reduziert unsere Reisezeit von 14 auf 12 Stunden. Immerhin.

Aber daran mag ich noch gar nicht denken. Wir packen jetzt lieber weiter ein und schauen meinen neuen liebsten Weihnachtsfilm: The Holdovers. Hach, da passt einfach alles.

P.S. Meine Liebste sagt, das sei (m)ein absoluter Einpack-Lifehack. Also teile ich ihn hier:





Sonntag, Juni 23, 2024

Woche 25/2024 - The Smashing Pumpkins

In den 90ern seine eigene Pubertät erlebt zu haben, geht mit ganz seltsamen Erinnerungen an Musik einher. Klar, da waren neue Kanäle für Heranwachsende wie Viva und NJoy Radio, aber auch ganz viel Fragwürdiges, wie Gummistiefeltechno, Boybandgedöns und das Dancefloorgrauen.

Bei mir lagen im tragbaren CD-Spieler Garth Brooks und Police, Jewel und Alanis Morissette, Grönemeyer und Bruce Springsteen. Und dann gab es da Bands, die ein gewisses Grundrauschen erzeugten: R.E.M., Beastie Boys, die Smashing Pumpkins. Nicht ganz so innig geliebt wie meine Favoriten, aber auf jeder Party und bei jedem Herzbruch dabei.

Durch glückliche Umstände kam ich an ein Ticket und konnte gestern die gut gealterten Herren in der Wuhlheide erleben. Achtzig Euronen waren eine ganz schöne Investition, aber mit den Special Guests "Interpol" bekam man quasi auch zwei Konzerte zum Preis von zwei.

Die Indie-Rocker aus New York hatten ein sehr hörbares Set zusammengestellt, was mich sehr dazu motiviert, ihr Oeuvre mal auf Spotify nachzuhören. Ich fühlte mich sehr an Britpopnächte in einem gewissen Liverpooler Club anno 2000 erinnert. Nur der Gesang des Leads war etwas gewöhnungsbedürftig, oder wie es meine sehr nette Begleitung ausdrückte: "Haben die Strohhalme gezogen, wer singen muss?!".

Spätestens beim Hauptact war die Location vollgepackt mit 17.000 Menschen mittleren Alters, die sicherlich auch problemlos als Publikum bei Peter Maffay durchgegangen wären. Der körperliche Zerfall ist halt ein ungeliebtes Massenphänomen. Über diesen und andere Schocks half der eine oder andere Joint hinweg, der um uns konsumiert wurde und meine Fahrtüchtigkeit als unfreiwilliger Passivraucher hoffentlich nicht beeinträchtigte.

Die Pumpkins 3.0 bzw. 4.0 - wir waren uns nicht ganz sicher, wie wir das zählen sollten - lieferten eine recht routinierte Show ab, brachten aber alle Klassiker unter (1979, Disarm, Tonight, Tonight etc. pp.), die man sich so erhofft hatte, und mit Springtimes sogar eine nette Melodie, die ich noch nicht kannte und den Rest des Abends vor mich hinsummte.

Es war auch noch ziemlich viel vom Tag übrig, als man den Konzertbetrieb - ohne Zugabe - vor durchschnittlich motiviertem Publikum kurz vor 22 Uhr ohne großes Tamtam einstellte.

Die Soundqualität hatte fernab vom Innenraum die gewohnte Schwammigkeit der Wuhlheide, trotzdem nervte das Geschrammel zwischendurch ein wenig. Ein Keyboarder hätte dem Abend sicherlich auch gut getan, so kam diese Spur durchgehend und etwas sehr unromantisch vom Band.

In zehn Jahren komme ich vielleicht mit den Kids noch mal zur Abschiedstour der Kürbisse. Bis dahin kann Billy an seinen Guildo-Horn-Gedächtnis-Moves für die Bühne noch feilen. Bis dahin höre ich ab und zu in die gut abgehangen Alben der frühen 90er rein und denke an den lieben M., den wir nun schon seit 15 Jahren vermissen.

Mittwoch, Mai 08, 2024

Woche 15/2024 - Pokemon, LMM und Kate Nash

Mein persönlicher Bildungsauftrag im Büro ist es für 2024, den Kolleg*innen beizubringen von LLMs zu sprechen, wenn sie LLMs meinen und nicht immer von KI/AI.

Gespielt

Ich (Jg. 1979), war ja deutlich zu alt für den ersten Pokemonhype. Doch vor einiger Zeit begann das große Kind (8) auf dem Schulhof Karten zu ertauschen und ihr Taschengeld für Booster Packs auszugeben.

Ich habe es ja nicht so mit Monstern und Feen, Horror und Krimis, Autos und Eiskunstlaufen. Trotzdem sollte man - ab und zu - mal über den eigenen Schatten springen und so habe ich beschlossen - ermutigt von der guten Scheini - das Kind in ihrem neuen Hobby zu unterstützen. 


So brachte der Osterhase "Mein erstes Spiel*", eine Art Starterset für zwei Spieler mit vereinfachten Regeln. Und ich muß sagen, dass der Vertreter aus der Ordnung der Lagomorpha gute Arbeit geleistet hat. Das Spiel vermittelt gut die grundsätzlichen Mechaniken  und kam bei uns Unbedarften ohne Vorkenntnisse (5, 8, 38 und 44 Jahre) sehr gut an und selbst der Spielemuffel unter uns (ich nenne keine Namen, sondern liebe meine Frau innigst) bekam Lust auf mehr. 


In der Folgezeit waren wir nun schon mehrfach im heimischen Laden für phantastisches Spielgerät , wo sich die Kids etwas aus dem 0,20€/Karte Stapel etwas aussuchen konnte, was ich zu diesem Zeitpunkt für den bedeutend besseren Deal halte als die Booster für 5€. Nur die Sammelalben fand ich vor Ort etwas teuer, die haben wir - ganz planetenvergessen und wenig nachhaltig - doch lieber zum halben Preis bei Temu bestellt. 
Im nächsten Schritt haben wir uns auf Hausregeln geeinigt, was z.B. Deckgrößen und Fähigkeiten angeht, und wir hoffen uns nach und nach (d.h. mit langsamen Anpassungen der besagten Hausregeln) an die offiziellen Regeln heranzutasten. Ich werde berichten!

Gehört 
Wir müssen alle viel mehr Kate Nash hören. (Also meinen Vorsatz wahr gemacht, Gesamtwerk durchgehört und eine Playlist erstellt.) 

"Everything you feel can just come undone
And the media supports all the far right scum
I just want to believe but the feelings not inside me
The sun has gone and so must I
Do you think we'll know each other when we die?
The sky is grey and I'm blue
Have I told you that I love you?"

Ich mag ihre Stimme, ihre Texte, die Verspieltheit, der immer etwas unrunde Sound. Ach, mögen. Große Liebe.

Sonntag, Dezember 10, 2023

Woche 46/2023 - Überall die Beatles

Ich kann gar nicht zeitlich verorten, wann ich die Beatles fest in mein Herz schloss. Als mein Schwesterherz Ende der 80er Jahre das "Blaue Album" von meinem Onkel (?) auf Kassetten überspielte? Der Moment in dem der M. in Klasse 2 zu uns stieß und verkündete: "Mein Lieblingslied ist 'Help'!"? Oder wurde meine Leidenschaft erst mit Pauls "Get back" Konzert-Dokufilm von 1991 geweckt, den ich irgendwann vom Fernsehen auf VHS aufzeichnete?

Jedenfalls habe ich in den letzten Jahrzehnten wirklich größten Spaß an ihrer Musik gehabt und viele schöne Erinnerungen an ihre Alben, wie auch an den Besuch des Beatles Museum in Liverpool vor fast 25 Jahren, die Kompilation 1s aus dem Jahr 2000, das Remixalbum "Love" für den Cirque du Soleil (2006) und das unfassbar gute "Let It Be… Naked" (2003). 


Natürlich gab es immer wieder auch Dinge aus dem Umkreis der Band, die mich nicht wirklich überzeugten, wie etwa den Film "Yesterday" oder die "Beat bugs"-Kinderserie, welches für mich beide etwas zu glattpolierte Kommerzprodukte waren. 

Richtig geweckt wurde mein Beatlesbegeisterung zuletzt wieder durch die "Get back"-Doku auf, der McCartney 3,2,1-Reihe und den "Paul McCartney: Inside the Songs"-Sendungen vom BBC-Radio.
  

Daher hatte ich ein bisschen Angst vor der wahrscheinlich letzten Beatles-Single "Now and Then", die ich nun als Ohrwurm aber schon ein paar Wochen fröhlichen Herzens durch die Gegend trage. Ja, das offizielle Musikvideo ist grausam und beim Arrangement hätte man ein bißchen sparsamer sein können (wie etwa bei diesem Cover), aber es bleibt ein tolles Lied, der wohl bahnbrechendsten Band des 20. Jahrhunderts.

Mittwoch, Oktober 11, 2023

Woche 40/2023 - Von Marseille nach Split, Schreibgruppenfreude und Pipelinepionierbetriebskompanie

In den letzten Tagen in Südfrankreich wurden noch einmal klassische Klischees bemüht. Es wurde Boule auf dem kleinen Platz hinter dem Rathaus gespielt, eine halbverrostete Ente parkte vor einer Werkstatt, und im kleinen Antiquariat hatte der hundebesitzende, langhaarige Besitzer vor allem alte Comics angehäuft. Alles wie in den guten alten Zeiten. Nun ja, das "M*cron SS"-Graffiti an der Mauer vielleicht nicht.

Die Woche begann dann in Split und mit einer neuen Liebe: den kroatischen Fritule, einer Mischung aus Quarkbällchen, heißen Waffeln und Mutzen. Auch ansonsten kann ich Split für ein längeres Wochenende empfehlen. Das Einzige, was mir wirklich fehlte, war ein herausragendes Museum oder eine Galerie. Mächtig beeindruckt war ich vom Stadion Poljud. Den Heimatverein dort in der Conference League spielen zu sehen, wäre - neben einer Paternoster-Fahrt, dem Anblick eines Space Shuttles und dem Kauf eines Schirms bei James Smith & Sons - definitiv etwas für meine ansonsten recht kurze Bucketlist.

Gefreut

Unsere Schreibgruppe ist auf Discord umgezogen, und der gemeinsame Austausch motiviert mich sehr. Ich hoffe, wir behalten den Schwung. Mein erster Erfolg: Eine Bestandsaufnahme aller momentan dahinwabbernden Schreibprojekte. Es sind - neben dem Weltraumtier - deren neun. Aber dank Flix habe ich keine Angst mehr vor der Vielleichtschublade. :) <3

Gehört

Der Lütte (5) ist ganz verliebt in eines meiner Lieblingslieder in einer meiner Lieblingsversionen.


Gelernt

In der Bundeswehr gab es bis 1972 eine Pipelinepionierbetriebskompanie.


Dienstag, Oktober 03, 2023

Woche 38/2023 - Vegetarisches Korma, Fanart und zwei Super Mario Filme

Gesehen

Mit den Kiddies haben wir den neuen Super Mario Film angeschaut. Ich hatte mich zuvor rein gar nicht über diesen informiert, denn konnte er wirklich schlechter sein als die Verfilmung von 1993, die ich damals mit M. im Kino ansah? (Neben "Face/Off" (1997), "eXistenZ" (1999) und "Cecil B. Demented" (2000) sicherlich das Kurioseste, für das ich jemals Geld auf den Tresen legte.) 

Hat gar nicht wehgetan, lautet diesmal meine Diagnose. Aber ich glaube, selbst für die Kinder war es etwas zu flach. Nintendo macht lieber weiter Hüpfspiele, das könnt ihr wirklich gut.

Gekocht

In meinem Ex-Kolonialwarenhändler meines Vertrauens stieß ich kürzlich auf diese tolle Korma Paste von Fairtrade Original. Das Päckchen reicht für eine einmalige, innere Anwendung und ist sehr aromatisch. Ich haue dafür eine große Zwiebel in die Pfanne und dann drei Knoblauchzehen dazu. Dann brate ich 500g veganes Mühlenhack an und gebe zwei-drei große Hände voll Erbsen dazu. Das Ganze mit zwei guten Schüssen Kokosmilch oder Sahne verfeinern. Lecker Reis dazu und alle sind glücklich. (Super, jetzt habe ich Hunger.)

Gezeichnet

Ich habe jeden Abend in dieser Woche einen meiner liebsten Comiccharaktere gezeichnet. Ach, das war richtig angenehm und entspannend. Wenn die Motivsuche immer so einfach und von Erfolg gekrönt wäre, würde ich den Zeichenstift öfter in die Hand nehmen.






Dienstag, Mai 09, 2023

Woche 18/2023 - Harper Lee, die Kroos-Brüder, die Wundervolle Welt der Tiere und Molly Monster

Gesehen

Wir sind mal wieder den Filmempfehlungen von Rochus Wolff gefolgt und hatten viel Spaß mit den Kindern an Alfie, der kleine Werwolf und Molly Monster - Der Film. Es tut so gut mal ein paar gute Kinderstreifen außerhalb des Disney/Netflix-Mainstreams zu sehen.

Gelesen

Apropos Kinder, eines der absoluten Lieblingsbücher des Nachwuchses ist die Wundervolle Welt der Tiere*: hochwertig und schön gestaltet und die Informationsmenge ist gerade groß genug für Vorschulkinder. Wirklich: "wundervoll"!

Gehört

Harper Lee geht immer und Truman Capote sowieso. Beim ORF kann man ein interessantes Doppelporträt nachhören.

Gelernt

Felix und Toni Kroos haben noch einen Halbbruder namens Stefan. (Tse, das steht noch nicht mal in der Wiki.)



Samstag, Dezember 31, 2022

Woche 52/2022 - Die Nachwirkungen des großen Twitterbebens, Thursday Next und Isle of Arrows

Das war hier mal wieder eine längere Sendepause. Und wer weiß, daß ich viel schreibe und poste, wenn es mir gut geht, erahnte also, dass die Reste von 2022 nicht so toll waren. So auf ganz persönlicher Mikroebene. 

Auf größerer "Bühne" schüttle ich immer noch den Kopf darüber, was aus Twitter geworden ist. Ja, nach Trump, Brexit, Covid und Ukraine fühlte sich das Leben doch schon genug nach seltsamen Paralleluniversum an und dann kommt da ein durchgeknallter Typ, stapelt eine Menge Milliarden Dollar übereinander und zündet das alles an.

Oh, wie habe ich Twitter gehaßt. Also 2008 als die mir liebsten Blogosphärenschreibenden nach und nach abwanderten, um v.a. Kurznachrichten anstatt Blogpost zu schreiben. Aber so nach 1,5 Jahren richtete auch ich mich dort vermehr häuslich ein. Lernte eine Menge neuer, nette Leute kennen und behielt Kontakt zu netten Menschen aus meinen ersten Bloggertagen. Daß das ganze Ding mal SO endet hätte ich mir nicht im Traum ausmalen können. Nun habe ich das Gefühl, dass nur noch ein Drittel der Leute von Interesse für mich dort weilen, während ein weiteres Drittel (so wie ich) (zumindest temporär) zum Mammut umgezogen sind. Der Rest scheint traurigerweise tatsächlich komplett aus den "Kurznachrichtendiensten" zu verschwinden. Schöner Mist. Das kann ich mir beim ganzen Twitterbotnazisumpf trotzdem nicht schönreden. So habe ich gar keine Energie mehr mich über die Nachteile des Mammuts (Kontrolle der eigenen Daten, Usability, Abgehobenheit von Teilen der "Altnutzerschaft") zu beklagen. Klar, gab es auf Twitter jede Menge Irrer, aber es waren "unsere" Irren. Und ich hatte mir meine Timeline stets angenehm zusammengeblockt bzw. -gemuted. Mal sehen, wie es weiter geht. Momentan crossposte ich (fast ausschließlich) von T nach M, schon damit ich mir im Fall der Fälle noch mal die meisten meiner Posts herunterladen kann.

Gelesen

Mit großer Freude habe ich mit einem Thursday Next re-read begonnen. Was für ein Spaß. Mir fehlen tatsächlich die letzten beiden Bände, die ich noch gar nicht kenne, also höchste Eisenbahn mich noch mal in die Buchwelt zu begeben. Mittlerweile habe ich die ersten drei Bücher durch. Ich hatte ganz vergessen, wie sehr sich Jasper Fforde in Teil III ins Weltenbauen verliert und die Story etwas zu langsam entwickelt. Trotzdem alles sehr unterhaltsam! Allerdings frage ich mich, warum es den letzten Teil immer noch nicht auf Deutsch gibt. Das wird sehr seltsam in meinem Bücherregal aussehen.

Gespielt

Wartezeiten überbücke ich in den letzten Wochen mit den tollen Fullprice-Tower Defence Spiel "Isle of Arrows" (iOS, aber auch auf Steam). Easy to learn, hard to master par excellance... An einem Level hänge ich jetzt schon 10 Tage. Gut investierte Euronen!

Auf ein zumindest durchschnittliches und langweiliges 2023! Bitte, ich könnte das wirklich gebrauchen. Kommt gut auf die andere Seite. Wir lesen voneinander.



Mittwoch, Juni 09, 2021

Woche 21/2021 - Plattdeutsch, Nolans Batman, Lyle Lovett & Das unsichtbare Raumschiff

Nachgedacht

Früher hörte man in der Stadt noch öft Plattdütsch. Mittlerweile ist die letzte Generation, die Platt noch als Muttersprache hat, fast aus dem alltäglichen Leben verschwunden. Sie verbringt den Lebensabend nicht mehr unbedingt im öffentlichen Leben. Im ehemaligen Fischerdorf am Meer gab es in meinen Kinder- und Jugendjahren immer Menschen, die etwa auf dem Markt oder im Fotofachgeschäft nur so mit ortsansäßigen Kunden und Touristen sprach. Mir fehlt das. Der Dialekt wird sicherlich bleiben, aber die Sprache an sich stirbt gerade aus.

Geschaut

Ich habe mit zehn Jahren Abstand den ersten Nolan-Batman noch einmal geschaut. Die erst 1/3 mit dem Kalenderblattgeschwarfel von Liam Neeson sind schon ziemlich lahm, der Rest des Film ist dann aber schon ganz okay. 

Ich glaube ja, daß die Nolan-Reihe aus zwei Gründen so hochgejubelt wurde: (1) Gab es vorher kaum vernüpftige Comic-Verfilmungen (Ja, ja. Sin City und die Burton-Fledermausfilme...) (2) War der zweite Teil dieser Reihe ziemlich gelungen. 

Den dritten Teil fand ich ziemlich überfrachtet und aufgebläht. Aber vielleicht lag es auch an der Auflösung. Wir sahen den Streifen im damals größten IMAX der Welt in Sydney. Die Bildschirmdiagonale war 35x29 m und wir saßen in der ersten Reihe. 

Gehört 

Lyle Lovett hat sich irgendwie wieder in meine Playliste reinrotiert. Im Juli 2011 hatte ich das vergnügen ihn in Hamburg live zu sehen. Vollgepumpt mit Ibuprofen erlebte ich das vielleicht beste Konzert, das ich jemals gesehen habe. (Knapp dahinter sind bei mir die Kings of Leon angesiedelt, die ihre Programm, wie auf der Platte runterspielten. Unglaublich. Und Hugh Laurie war auch gut. Und Sting mit und ohne Paul Simon und Gröni mit seiner "Bleibt alles anders"-Scheibe und....)


Gelesen 

Im Comicbuchladen meines Vertrauens habe ich "Das unsichtbare Raumschiff" entdeckt. Eine kurze, sehr humoristische, Sci-Fi Geschichte um ein - Trommelwirbel! - unsichtbares Raumschiff. So setzt man witzige Anfangsideen um: konsequent, liebevoll und mit einem wachen Auge dafür, wann der Plot auserzählt ist. 

Freitag, Mai 21, 2021

Woche 19/2021 - Vesto M. Slipher, Jan Böhmermann, New Super Mario Bros. U und Lyrik

Diese Woche verbrachte ich u.a. zwischen lektorierten Texten, frischen Webseiten und RBG-zu-CMYK-Umwandlungen. Ja, wir nähern uns mit großen Schritten dem Probedruck fürs #Kinderbuch. Ach, fühlt ich das gut an. :)

Und dann wurde auch noch gepodcastet. Eine gute Woche!

Gespielt

Nachdem ich mit dem Kind auf der "WiiU Super Mario 3D World" durchgespielt hatte, haben wir uns  nun an "New Super Mario Bros. U" herangewagt. Letzteres ist leider nicht so einsteigerfreundlich, wie der erstgenannte Titel. Die Multiplayerfunktion ist weniger durchdacht und es kommt viel schneller zu Frustrationen für jüngere Spieler*innen. Drei minus. 

Gesehen

Mit großen Interesse habe ich ein frisch veröffentliches laaanges Interview mit Jan Böhmermann  aus dem Jahr 2017 angesehen, der von Gregor Gysi sehr ausführlich befragt wurde. Das war eine sehr gut investierte Stunde. 

Podcast

Und dann konnte ich noch ein paar Folgen vom Zeitzeichenpodcast aufholen. So waren die Episoden zu Slipher und Friedrich Engels einfach großartig.

Gelesen

Ich bin ja absolut nicht der Lyriker, habe aber aus Gründen mal wieder in meine Gedichtbände geschaut. Die Liste meiner Favoriten ist wirklich kurz: Erich Kästner*, Robert Gernhardt*, Robert Frost*, Bert Brecht*, Jewel Kilcher*. 


Sonntag, Dezember 20, 2020

19.12.2020 - Weihnachtsbebaumt

Ich machte am Freitagnachmittag den strategischen Fehler, dem Kind (5) zu sagen, daß wir beide am Samstag einen Weihnachtsbaum kaufen werden. Nächstes Mal konsultiere ich vor solchen Aussagen besser noch einmal meinen Pressesprecher, denn nach meiner Ankündigung gab es kein Halten beim Kind mehr, Aufregung pur. (Dabei hatte ich definitiv nicht „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ gesagt.)

Eigentlich hätte man sich das trotzdem denken können, denn in unserem Hause gibt es nur alle zwei Jahre einen Baum und zwar in den Jahren, wenn wir die Weihnachtsfeiertage in Deutschland verbringen. Bei der Familie in den Karpaten wird der Baum allerdings auch nicht gekauft, sondern wird dort - zusammen mit den Geschenken - fertig geschmückt von den Weihnachtsengeln gebracht. (Für unsere Kinder klappt es übrigens gut, daß es hier einen Weihnachtsmann und dort die Engel gibt. Es existieren so viele Dinge, die in beiden Kulturen anders sind, da kann man diesen einen weiteren Unterschied wohl ebenfalls problemlos akzeptieren.) 

Jedenfalls war das Kind so aufgeregt, daß wir zwei Stunden nach meiner Ankündigung in das Familienraumschiff steigen mußten, um auf einer Außenmission zur nahen Weihnachsbaumverteilstation ein Gehölz zu besorgen. Als Altbaumieter (Anmerkung für die Leserschaft: Kein doppeltes "M" hier!) hatte ich einen Baum im Visier, der meinem Ebenbild entsprach: Groß und schlank! *hust* 

Das passende Objekt war schnell gefunden, auch weil wir die einzigen Kunden waren. Was ich nicht bedacht hatte war, daß ich den langen Baum, mich und zudem auch das Kind noch irgendwie in den Wagen bekommen mußte. Ja, das Kind war das schwächste Glied in der Kette, aber es hier zurückzulassen, war dann doch keine Option. Einerseits hatten wir uns sehr an sie gewöhnt und zweitens würden beim Baumschmücken noch alle Hände gebraucht werden. Das Kind wurde also auf den anderen, viel zu kleinen Kindersitz gesetzt, ordentlich vertaut und - um die Meckerei zu unterbinden - mit einer Tüte Pommes versorgt. Pädagogik, StVO und Erziehung kann ich!

Daheim angekommen erzählte das Kind allerdings trotzdem, daß ihr geliebter Vater einen viel zu großen Baum gekauft hätte, weil das Kind selbst fast gar nicht mehr in das Auto gepaßt hätte. Wenigstens war es spät genug, den Nachwuchs sogleich ins Bett schicken zu können. 

Am nächsten Morgen wurde dann bereits ab 7 Uhr alle 15Min gefragt, wann der Baum endlich geschmückt werden könne. So haben wir also schon am 19.12. eine volldurchdekorierte Tanne im Wohnzimmer stehen. Und Dank des Enthusiasmus des Kindes dürfte die Masse des Schmucks das Eigengewicht des Gehölzes um das 3- bis 4-fache übersteigen. Aber neben dem Kater bin ich wohl der einzige im Haus, der es mag, wenn man zwischen Lichtern und Deko noch ab und zu eine grüne Tannennadel sieht. 

Apropos Kater, dieser hat die Erstbesteigung des Baums auch erfolgreich hinter sich gebracht. Die Tanne steht noch, TÜV bestanden!




Donnerstag, November 19, 2020

18.11.2020 - Discgolf, Kinderbuch und andere Glücksmomente

Mein Mittwoch begann um 04:30 Uhr früh. Das kann ja was werden, dachte ich mir. Aber es wurde ein Tag voller positiver Überraschungen. Erst schickte mir die exLieblingskollegin ein Bild von ihrem Arbeitsplatz. Sie hatte eines meiner Aquarelle gerahmt und an die Wand gehängt. <3

Dann gab es nettes Gespräch mit den guten Freunden in Australien. Genau, dem Ort, wo Leute mit COVID in Hotelquarantäne geschickt werden und nicht die bekloppten 12% die öffentliche Meinung bestimmen. 

Gespielt
Nach der desaströsen Discgolfrunde von letzter Woche dachte ich mir: Neue Scheibe, neues Glück und schickte meinen neuen Mentor auf die Runde. Ich finde die Scheibe bedeutend "vorhersehbarer" als den von mir bisher genutzten Nuke OS. So dachte ich zumindest, bis ich das Ding auf einen Baum beförderte. Beim Rettungsversuch blieb dann auch noch mein pinker Meteor oben.



Nach erfolgreicher Bergung verlief die Runde weiterhin eher lala bis ich aus einer ziemlich kaputten Position, d.h. aus einem Busch heraus, mit einer Vorhand die Scheibe auf 15(?)m direkt in den Korb traf. Spätestens an diesem Punkt war der Tag gerettet. Das ist das Schöne am Discgolf: Ein einzig gelungener Wurf kann das Gesamtbefinden deutlich verbessern. 

Projekt #Kinderbuch
Am Nachmittag sprach ich zwei Stunden lang mit dem Illustrator des Kinderbuches. Ich glaube, das wird richtig toll. :)

Von der Sorte Tag nehme ich gern noch ein Paletten voll!



Donnerstag, Oktober 10, 2019

Rpunkt spielt... Anno 1404

Nach anderthalb Jahrzehnten Bloggerei habe ich mich entschlossen unter "Rpunkt spielt..." eine neue Kolumne zu starten. Ich bin überzeugter Gelegenheits-PC- und Brettspieler, eine Nische, die bei Reviews im Netz viel zu selten bedient wird. (Sorry, ich habe keine 20 Stunden die Woche Zeit alle Sidequests in irgendwelchen mittelmäßigen Titeln abzugrasen.) Daher werde ich versuchen 2-3 Mal im Jahr meine 2cents zum Thema beizutragen. Mal sehen, wie lange ich durchhalte. 

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In meiner Nachwendejugend gab es nicht allzu viel elektronisches Gerät im Freundes- und Bekanntenkreis. Der Nachbarsjunge unter uns hatte einen C64, die Patentante einen Atari und nach der Jugendweihe besaß auch der liebe M. ein IBM-kompatiblen PC. Und da der M. ein netter Mensch war, scharrten wir uns um den Bildschirm und spielten in den Ferien tagelang zusammen Anstoss (er mit Schalke, ich mit Werder Bremen) und Colonization. So haben mich seit 1994 Aufbaustrategiespiele, am liebsten rundenbasiert, fest in ihren Bann gezogen.

Im Frühling stieß ich vermehrt auf Werbung für das neue Anno 1800* und da ich über Ostern zwei Wochen  "Strohwitwer" war, beschloß ich, der Reihe mal wieder eine Chance zu geben. Den letzten Teil, den ich noch nicht gespielt hatte, war 1404, so freute ich mich, daß ich ihn bereits für ein Zehner bei Steam erwerben konnte.

Der Spaß konnte beginnen. Das dachte ich zumindest. Ich Naivling! Denn wer wäre darauf gekommen, daß Steam/Ubisoft ein Spiel vertreibt, daß unter Windows 10 nicht laufen würde. Und dies zudem ohne Warnung. Am ersten Tag gab es gleich zwei Probleme zu lösen: Das Erste bestand darin, die Software so zum Laufen zu bringen, daß man alle Bildschirmbereiche klicken konnte, was mir nach viel Rumprobieren mit folgenden Systemeinstellungen gelang:


Kaum lief das Spiel, trat Problem Nr. 2 auf den Plan: Alle paar Minuten lief der Hauptspeicher voll. Die Verwendung von 64Bit-Systemen hatte bei Ubisoft niemand vorhergesehen. (Und auch keinen Fix bereitgestellt, obwohl man das Projekt bis heute weiter vertreibt.) Aber diese Links aus dem Netz halfen mir weiter (Link 1, Link 2, Link 3).

Das Spiel als solches ist gewohnt großartig, aufgrund der oben beschriebenen Schwierigkeiten sollte man aber vielleicht doch eher zu einem der aktuelleren Titel der Reihe greifen. Es muß ja nicht jeder so bekloppt sein, wie ich.

Freitag, April 26, 2019

Arte.tv Empfehlungen Mai 2019

Das neue Arte-Magazin ist da und auch der Mai schaut schon nervös um die Ecke. Meine Empfehlungen sind:


02.05. 22:35 Uhr
The Wrong Mans 
Sechsteilige Dramedy mit Mathew Baynton und James Corden

05.05. 22:45 Uhr
Fritz Lang - Der Andere in uns
Dokumentation über die Entstehung des Filmklassikers "M-Eine Stadt sucht einen Mörder"

10.05. 21:45
Sting - Grenzgänger und Freigeist
Porträt über meinen Lieblingsbasisten (Sorry, Paul!)

19.05. 20:15
Enemy Mine - Geliebter Feind
Ob der SciFi-Film aus meiner Jugend gut gealtert ist?

21.05. 00:35 Uhr
Durch die Nacht mit.... Pamela Anderson und Srecko Horvat
Eine neue Folge der großartigen Dokumentarfilmserie, die jeweils zwei sehr unterschiedliche Prominente zusammenbringt

29.05. 22:05 Uhr
Putins Zeugen 
Dokumentarfilm über die Politik in Russland

Donnerstag, Januar 31, 2019

Herr Broders Worte und mein Senf

Henryk M. Broder hat sich nicht nur Alice Weidel umarmend ablichten lassen, sondern auch vor der AfD eine Rede gehalten.

Ich lese Broder gerne. Intelligent und witzig sind seine Worte meist. Inhaltlich habe ich ungefähr eine Deckungsgleichheit von 60%, Tendenz deutlich abnehmend. Aber Dissens kann ja auch inspirierend sein. 

Broders in der WELT abgedruckte Rede habe ich darum ebenfalls gern und interessiert gelesen. Auch wenn ich, z.B. mit seiner Haltung zum Klimawandel wenig anfangen kann.
"Ich glaube nicht einmal daran, dass es einen Klimawandel gibt, weil es noch keinen Tag in der Geschichte gegeben hat, an dem sich das Klima nicht gewandelt hätte. Klimawandel ist so neu wie die ewige Abfolge von Winter, Frühjahr, Sommer und Herbst. Neu ist nur, dass das Klima zum Fetisch der Aufgeklärten geworden ist, die weder an Jesus noch an Moses oder Mohammed glauben (..)"

Bei der AfD rennt er mit solchem, die akute Bedrohung  jüngere und nachfolgende Generationen ignorierenden, Formulierungen offene Tür ein. Das gleich gilt für seine - drücken wir es mal nett aus - erzkonservative Meinung in Geschlechterfragen.
"Politische Korrektheit setzt da ein, wo die Realität endet, bei den inzwischen über 70 Gender-Optionen, bei der ziemlich witzigen Behauptung, Mann und Frau seien keine biologischen Tatschen, sondern „soziale Konstrukte“, die jedem Menschen die Wahl lassen, ob er ein Mann oder eine Frau sein möchte oder heute das und morgen das."
Ja, "Politische Korrektheit" hat der Autor als Thema für seine Rede gewählt. Aber warum gerade vor diesem Publikum? Vor allem weil ihm ja klar ist, was da für Leute sitzen. Da hilft auch keine satirische Überspitzung.
"Ein Besuch bei Ihnen stand nicht auf meiner Liste, ich habe die Einladung trotzdem gerne angenommen, wann bekommt ein Jude schon die Gelegenheit, in einem Raum voller Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis aufzutreten?"
Broder beruft sich im Folgenden auf den Aufruf des Bundespräsidenten zum Dialog und erklärt:
"Ich bin tolerant bis an die Grenze der Selbstverleugnung, nur gegenüber einer Gruppe von Menschen will ich nicht tolerant sein: gegenüber den Intoleranten (...)."
Es folgt kein ernsthafte Mahnung an die Abgeordneten der AfD es ihm gleichzutun, sondern bestärkt die Partei noch in ihrer Opferrolle in der sich diese so gut gefällt.
"(...) der Umgang mit Ihrer Partei ist alles andere als fair. " 

Broder "Ordnungsrufe" sind lediglich alibihaft und verfehlen das Ziel. Zum Bespiel, wenn er das Durchschimmern von rechtsradikalen Gedankengut mit Anstand und Manieren auf eine Stufe stellt.
"Man legt die Füße nicht auf den Tisch, man rülpst nicht beim Essen, und man nennt die zwölf schlimmsten Jahre der deutschen Geschichte nicht einen „Vogelschiss“."
Nun könnte man zu Entschuldigung von Broder sagen, er weiß selbst nicht, was sich gehört. Ich kenne auch solche Leute, die denken, daß man Wahrheite immer und überall aussprechen kann und sollte. Und die nicht verstehen, daß es einen Unterschied macht, ob ich die Aussage "Bertra trinkt zu viel Alkohol" gegenüber Bertas Mann in einem persönlichen Gespräch tätige, oder in einem Personalgespräch mit ihrem Arbeitgeber oder in einer öffentlichen Rede bei Bertas 60. Geburtstag. Wahrheit hin oder her. Wenn der Inhalt König ist, dann ist Kontext zumindest der Papst. Und jemand mit Broders Intelligenz weiß das.

Daher mutmaße ich, daß Broder nicht nur mediale Aufmerksamkeit genießt, sondern sich sogar gerne mit den drei Erzkonservativen in der AfD unterhält, weil sie zu weilen seine Ansichten teilen. Damit trägt er aber zu einem Imagegewinn der ganzen Partei bei und ignoriert, daß diese Rechtsradikalen und Neonazis ein schönes Deckmäntelchen und ein Zuhause bietet. Oder schlimmer: Es scheint ihm total egal zu sein:
"Als ich vor ein paar Tagen einem alten Freund sagte, dass ich heute bei Ihnen auftreten würde, machte er ein Gesicht, als hätte ich ihm gebeichtet, dass ich vom Handel mit Drogen lebe. „Du wirst doch nur instrumentalisiert“, sagte er, „weißt du es nicht?“ Natürlich weiß ich es. Und wissen Sie was? Es ist mir wurscht."
Das finde ich bedauerlich, denn wir benötigen jede Stimme für den Erhalt unserer Demokratie. Destruktive Kräfte gibt es genug. Es hilft nur ein gemeinschaftliches Dagegenstemmen. Und bei einer drohenden  Gefährdung der Grundrechte, ist es für mich dann total unerheblich, ob die AfD "fair" in dieser politischen Auseinandersetzung behandelt wird, solange rechtsstaatliche Regeln eingehalten werden. Die Partei symbolisiert für mich alles, was ich politische verhindern möchte. Denn sie ist meiner Meinung momentan der prominenteste Wegbereiter für Diktatur und Nationalsozialismus.

Herr Broder glaubt daran nicht. Aber er glaubt ja auch nicht an den Klimawandel und seine Folgen.

Mittwoch, Oktober 17, 2018

Montagsfrage #7 - Rezensionen

Es ist zwar nicht mehr Montag, aber immerhin auch ein Wochentag mit "M". Warum also nicht noch schnell die "heutige" Frage beantworten:

"Schreibst du überwiegend Rezensionen über Bücher, die dir gefallen, oder auch über Bücher, die dir nicht gefallen?"

"Rezension" ist vielleicht etwas hochtrabend für die kurzen Einschätzungen, die ich - früher im Blog und auf Lovelybooks, heute bei Goodreads - im Internet festhalte, aber ja, jedes Buch, das ich gelesen habe, bekommt eine kurze Bewertung. Denn obwohl ich, wie der Herr Kowski, ordentlich vorfiltere, gibt es doch ab und zu etwas, was ich ganz schrecklich finde. In diesem Jahr ist mir etwa "Dienstags bei Morrie*" in außerordentlich schlechter Erinnerung geblieben.

Ein netter Nebeneffekt ist, daß solche Listen auch eine toller Erinnerungsstüze für einen selbst sind, z.B. wenn man ein gutes Buch als schnelles Geschenk sucht. (An dieser Stelle fiel mir zum ersten Mal ein, daß man vielleicht bestimmten Menschen im Umfeld auch einfach super schlechte Bücher schenken könnte...)

Mittlerweile  führe ich sogar über die Kinderbücher "Protokoll", vielleicht folgen auch irgendwann mal eine "Sammelempfehlung" im vernachlässigten Elternblog.

Insgesamt betrachtet ist meine Leseliste ein sehr bunter Haufen, da ich selbst meine gelegentlichen Ausflüge in die Comicwelt - zuletzt las ich mich ein bißchen in Spirou ein - dort verzeichnet sind.

P.S. Für Filmrezensionen verwende ich übrigens Letterboxd. Auch ganz nett!

Dienstag, Oktober 09, 2018

Stöckchenrevival #ourhouse

Früher - also so um 2005 - flogen ab und zu Stöckchen durch die Blogosphäre. Das war ein schöner Brauch, denn so kam man ins Erzählen mit den paar Verrückten, die wie man selber, regelmäßig ins Internet schrieben. Kürzlich weinten Hulalena und ich dieser Tradition hinter. Warum diesen Brauch also nicht wieder aufnehmen? Am liebsten mochte ich Stöckchen, die (vielleicht schon fast etwas zu) persönlich waren, bei denen man etwas über die Menschen und ihre Lebenssituation erfuhr. Also habe ich so ein Stöckchen rund ums Wohnen gestrickt. Kürzlich berichtete ja das Wortschnittchen  Interessantes über ihre Wohnsituation und auch bei mir war das schon einmal Thema.

Ich wohne zur Miete auf 95qm mit meiner Frau, zwei Kindern, einer Katze und ziemlich viel Büchern und Legosteinen.

Ich mag besonders die hohen Decken, den Zuschnitt der Zimmer, den Parkettboden, die dicken, gemauerten Wände, den großen Dachboden (20qm!) und die Innenstadtlage durch die man alles fußläufig erreicht.

Dahingegen nerven die Parkplatzsituation, der fehlende Aufzug (72 Stufen, fast immer mit einem der Kinder auf dem Arm), eine ausstehende Sanierung des Bads und der Toilette durch den Vermieter (zuletzt ca. 1998), sowie die halbjährliche Überflutung des Kellers nach Starkregen.



Mein Lieblingsplatz ist auf der Couch mit dem Blick auf die Häuser auf der anderen Straßenseite. Ja, ich bin eher von der gemütlichen Sorte..

Der seltsamste Gegenstand in meiner Wohnung ist dieses Inklinometer. Als mein Vater noch zur See fuhr, brachte er allerlei ausgemustertes seemännisches Gerät mit: Ein Fernrohr, eine alte Schiffsuhr, diverse Seekarten, einen Kartenzirkel...



Die Nachbarn setzen sich bei uns aus zwei alten Ehepaaren, zwei WGs, einer alleinstehende alte Dame, drei Familien mit kleinen und zwei mit großen Kindern zusammen. Die Seele des Hauses ist Herr H., ehemaliger Ingenieur, 88 Jahre alt und munterer Zeitgenosse, der mit wunderbaren thüringischen Dialekt auch nach Jahrzehnten im Norden immer noch einen "Schönen guden Dag!"wünscht und den man oft laut lachen hört. Er betont immer, daß er nicht seit Anfang an in unserem Haus wohnt, sondern erst seit 1960.
Von eher nerviger Natur ist Frau M. Mitte 70, mit wenigen Hobbies außer dem einen: Sich hinter verschlossener Tür zu verstecken und darauf zu warten, daß ein Nachbar vorbeiläuft um ihm dann ein Gespräch z. B. über ihren letzten Zahnarztbesuch aufzudrängen. Man würde sie ja trotzdem  mal zum Kaffee einladen, wäre sie nicht zusätzlich sehr aufdringlich und anmaßend. Letztes Jahr hatte sie sich ein Bein gebrochen. Sie ist aber inzwischen genesen. Es sind nur böse Gerüchte, daß sie jemand die Treppe heruntergeschubst haben soll...

Der letzte Umzug war ziemlich verrückt und beinhaltete das Streichen einer kompletten 65qm Wohnung innerhalb eines Tages, der Ankunft in der neuen Wohnung und den Abflug nach Australien innerhalb von 1 1/2 Tagen. Ein Megastress, trotz Umzugsfirma, auch weil unsere Vormieterin uns erst eine Woche nach dem vereinbarten Termin in die neue Wohnung ließ.

Der nächste Umzug läßt hoffentlich noch auf sich warten. Allerdings bräuchten wir ein Zimmer mehr, wenn das große Kind in ein paar Jahren in die Schule kommt. Wir haben zwar eine große Grundfläche, aber die Wohnung ist für zwei Kinderzimmer zu ungünstig geschnitten.

Ich werfe dieses Stöckchen zu Hulalena (der guten alten Zeiten Willen) und zu Herrn Kowski (weil er mich sonst immer zu irgendwelchem Quatsch anstiftet) und hoffe, daß es beide aufnehmen. Natürlich dürfen auch alles anderen Leserinnen und Leser den Faden hier aufnehmen!

Freitag, Januar 26, 2018

Wo ist nur der Content hin?

Irgendwas läuft hier schief. Ich meine in unserer kleinen, bunten Netzwelt. Und ich scheine nicht der Einzige zu sein, der das spürt und was dagegen unternehmen möchte.

Ich gehörte nie zu den „Viel-Bloggern“ . Trotzdem „verteile“ ich seit einem Studienaufenthalt fern der Heimat im Jahr 2001 hier  und  da tagebuchartige Gedankensammlungen im Netz. Das fühlte sich immer heimelig und kuschlig an, v.a. als ich 2004 den warmen Schoß meiner Alma Mater verließ und erstmal irgendwie meinen Frust und meine Irritation loswerden mußte. Überall gab es nette Leute, die einem – fern von jeglicher Öffentlichkeit - an ihrem Leben teilhaben ließen. Egal ob es nun um das Berufsleben, Kinder oder den Einbau eines Jacuzzi ging.

Über die Jahre professionalisierte sich dieses kleine Biotop. Der (oder die) eine oder andere dachte  nun anscheinend viel länger nach, bevor man den „Publish“-Knopf drückte. Die Schere im Kopf erschien. Denn die Öffentlichkeit hatte unsere Nische erreicht. Bloginhalte wurden weniger, Social Media Riesen lockten mit ihren großen Reichweiten…

Aber was erzähle ich Euch das? Ihr kennt die Story. Oft habt ihr bessere oder tiefergehende Einblicke. Die Anfangseuphorie ist längst verflogen. Es überwiegen Werbung oder redaktionelle Inhalte. Die Situation ist so schlimm, daß fb selbst die Notbremse ziehen möchte. Das kann man verstehen: Denn irgendwie scheinen gute Inhalte heute bei den großen Diensten verschenkt: Facebook ist nichts mehr als der schlechteste Feedreader der Welt, den ich persönlich nur noch nutze, um der weit verteilten Familie Lebenszeichen von dem Kind und uns in Form von Bildern zu übermitteln. Twitter ist ohne Third-Party-Client eigentlich nicht mehr vernünftig nutzbar. Instagram hat so viel Charme wie die bekannte Hochglanzwartezimmerlektüre.

Dazu kommt der Umstand, daß man sich von den Riesen unheimlich abhängig macht. In erster Linie natürlich monetär. Die kleinsten Änderungen an den Geschäftsbedingungen führt dazu, daß das eigene Geschäftsmodell implodieren kann. Das erleben gerade eine Vielzahlvon kleineren Youtube-Channel-Betreibern.  Für Privatnutzer ist das vielleicht nicht so schlimm, trotzdem besteht immer die Gefahr, eigene Inhalte und natürlich lieb gewonnenen Besucher/Nutzer und mit ihnen die Reichweite zu verlieren, falls der eine oder andere Landen doch mal zu machen sollte.

Das einige von Euch die Sorgen um die Inhalte im Netz teilen, freut mich allerdings. Eure Postings zum Thema habe ich in den letzten Wochen gerne gelsen. Daher habe ich beschlossen, Eurem guten Beispiel zu folgen. Ich plane in diesem Jahr:

  •          mehr zu bloggen und zu kommentieren (siehe Nerdlicht), 
  •         Inhalte mehr im eigene Blog zu publizieren („Zuhause ist’s am Schönsten!“ lt.  Kiki), und 
  •         einfach öfter frei weg von der Leber zu schreiben, als ob niemand mit liest ("Mehr Realität in 2018!“, siehe Pia

Und damit sich das auch quantitativ messen läßt, nehme ich mir vor, 2018 einhundert verschiedene Beiträge im Netz zu veröffentlichen. Hierfür werde ich die ganze Breite der von mir geführten Blogs und Internetseiten nutzen. Und wer Interesse am Fortschritt von Projekt #100in2018 hat, kann rechts im Menu jetzt einen kleinen Counter finden. Das ist quasi eine logische Fortsetzung der Schreibmaschinennovembers.


Montag, Juli 13, 2009

Zitat des Tages

Kollege zur Kollegin:
"Please stop touching your boobs while I'm talking to you!"