Mittwoch, Oktober 28, 2026

Woche 40/2026 - Reisen im Zeichen des Buches (Teil 2) oder was ich über kleine Buchmessen gelernt zu haben glaube

BeschreibungDer Herbst steht bei mir weiterhin im Zeichen des Buches. 

Da ich es nicht schaffe, mir anderweitig genügend zeitlichen Zeitraum fürs Schreiben zu organisieren (treue Lesende dieses Blogs kennen mein Gejammer und Gewinsel diesbezüglich schon länger), habe ich mir für den Rest des Jahres die Mittwochvormittage "freigeräumt", um an dem einen oder anderen Text zu arbeiten, der unbedingt auf Papier gebannt werden möchte, damit ich meinen literarischen Seelenfrieden wiederfinde. Zudem möchte ich weniger Zeit in Nebenprojekte und Social Media-Posts stecken, die am Ende doch nur Verlegenheitslikes bekommen. Eine Konzentration aufs Kerngeschäft ist nötig!

Eine buchbezogene Ablenkung gab mein Terminkalender für 2026 aber dann doch noch her: Die Reise ins 722 km entfernte Hohenwart bei Ingolstadt, wo erstmals eine Kinder- und Jugendbuchmesse stattfand. Aus ökonomischen Gründen eine (zumindest) zweifelhafte Entscheidung meinerseits, so weit weg von der Heimat einen Messestand zu buchen, aber mein Vergangenheits-Ich musste sich dabei irgendetwas gedacht haben und so packte ich den größten bewegbaren Rollkoffer der Familie mit Kleidung (eher weniger) und Messestandausrüstung (eher mehr) und natürlich Büchern (hoffentlich ausreichend).

Mit der gebuchten Unterkunft hatte ich einen Volltreffer gelandet. Und nachdem die Deutsche Bahn wieder einmal Deutsche Bahn-Dinge tat (Reisedauer acht anstatt sechs Stunden), hatte ich mir zum Abendessen dieses unfassbar tolle Wildschwein-Cordon-bleu wirklich verdient. Obelix wäre stolz auf mich gewesen.



Die Messe selbst fand an einem Samstag von 10 bis 16 Uhr in einer sehr schönen, neuen und äußerst schicken Grund- und Mittelschule statt. So wie die ganze Orga sehr gut durchdacht und umgesetzt wurde, waren auch Veranstaltungsort, -zeit und -länge sehr gut gewählt. Es herrschte fast durchgehend Betrieb, der örtliche Sportverein versorgte die Leute mit Selbstgebackenem und wie ich hörte, gab es sogar einen Pizzawagen, aber den konnte ich nicht auskundschaften, da ich wirklich - bis auf eine kurze Pullerpause - durchgehend mit "Kundschaft" beschäftigt war. (Schlimm!) Die Räumlichkeit war klein genug, damit sich bekinderte Familien einen Überblick vor der Kaufentscheidung machen konnten, aber groß genug, um ein diverses Angebot zu erzeugen, bei dem die Besuchenden eine richtige Auswahl hatten.


Es herrschte eine sehr nette, freundliche, fast familiäre Stimmung unter den Ausstellenden, keine Selbstverständlichkeit, buhlten wir doch alle um das gleiche "Buchbudget" der Besuchenden. Lag es nun daran, dass in Bayern der Euro noch lockerer sitzt oder daran, dass es ein sehr heterogenes Angebot gab, "unsere" Ecke der Messehalle verzeichnete eine Menge Buchverkäufe, in meinem Fall sogar die bisher meisten "offline" Buchverkäufe an einem Tag. (Juchu!)

Ich selbst hatte noch eine andere Strategie als auf der BuchBerlin. Ich bewarb ausschließlich die Hardcoverausgabe des Pelipontalus, keine Hinweise auf das Hörbuch oder Mette (Sorry, Roland :().  Und das tat ich diesmal sehr offensiv. 


Seit Anfang des Jahres gibt es bei meinen Lesungen "Sternenreisepässe", die man selbst ausfüllen und kostenlos mitnehmen kann. Meine Eingangsfrage war stets "Haben Sie schon einen Sternenreisepass?" und bevor jemand über diesen Unsinn nachdenken konnte, waren die meisten Mitmenschen schon damit beschäftigt, ihre bevorzugte Stempelfarbe auszusuchen. Ich bekam sie (bis auf zwei Ausnahmen) alle: Die gutgelaunten Omas, die gestressten Eltern und natürlich auch die reizüberfluteten Kinder. Über 150 Reisepässe stellte ich aus und verwickelte die Leute sofort in Diskussionen um SciFi-Geschichten und das Pelipontalus-Buch, von dem - welch ein Zufall! - da auch ein Ansichtsexemplar lag. Unterstützt wurde ich zeitweise von meiner liebsten Münchner Leserin und ihrem panzerknackenden Ehemann, die jede Menge gute Laune und großartigste Erdbeer-Vanille-Marmelade an meinen Stand brachten. Ich hoffe, ich war nicht zu socially awkward, so eine Messe ist schon eine ziemliche Ausnahmesituation (zumindest für mich), wo man viel zu viel erzählt und bestimmt auch noch viel Quatsch.




Es war eine richtig, richtig tolle Veranstaltung und wenn Hohenwart aus Küstenbewohnerperspektive nicht am anderen Ende der Republik liegen würde, wäre ich nächstes Jahr ganz sicher wieder dabei.

Nichtsdestotrotz habe ich wieder ein paar Dinge gelernt:

(1) Kinder- und Jugendbücher funktionieren für mich. Familien kommen ganz gezielt und kaufen Bücher. Generell gehaltene Veranstaltungen (wo momentan v. a. Dark Romance, Young Adult und Co. stattfinden) sind mit dem Pelipontalus viel schwieriger zu bespielen.

(2) Ich brauche einen Rollup, damit mich Lesende, die sich um- oder spät entscheiden, schneller wiederfinden.

(3) Die Strategie, wirklich jeden Passierenden anzusprechen, hat sich wirklich gelohnt. Und mit einem Sternenpass ist es nicht mehr so cringe, wie es sich am Anfang angefühlt hat. Potenzielle Buchkaufende konnte ich tatsächlich immer erst identifizieren, wenn sie das Portemonnaie zückten.

(4) Wie bereits erwähnt: Man kann in diesem Format nur ein Produkt/Buch bewerben. Alles andere ist illusorisch. 

(5) Kostenlose Giveaways wie Aufkleber und Postkarten mit dem Cover (dann muss sich niemand Buchtitel und Autor/Illustrator merken) immer ausreichend dabei haben.

(6) Quittungsblock, Bestellformulare, Kleingeld und QR-Code für PayPal-Zahlung nicht vergessen.

(7) Drucke und Aufkleberblöcke verkaufen sich schlecht, sind aber eine gute Beigabe, die es erlaubt, z. B. 20 € anstatt 17,99 € für das Buch allein aufzurufen.

Montag, Oktober 26, 2026

Woche 32/2026 - Cluj/Klausenburg/Kolozsvár oder "Urlaub ohne Kinder, wie ging das noch mal? "

Am schönsten ist ja Familienurlaub ohne Familie. Das würde meine Frau niemals sagen. Nicht einmal denken. Nicht einmal darüber nachdenken, ob man das denken darf.

Und trotzdem finden wir jedes Jahr zwischen idyllischen Momenten im Haus auf dem Hügel im Wald, Sommerrodelbahn, Freunde besuchen, Zakuska kochen, Familienfesten und unzähligen Sprüngen in den Lieblingspool ein paar Tage für uns allein. Also für die Liebste und mich. Wie so ein frischverliebtes Paar.


Dieses Jahr erkundigten wir v.a. Cluj-Napoca. Andere nennen es Klausenburg oder ungarisch Kolozsvár und sie ist eine dieser Städte, bei denen man schon mit der Wahl des Ortsnamens unabsichtlich in ein Fettnäpfchen treten kann.

Über Jahrhunderte gehörte die hübsche siebenbürgische Universitätsstadt zum Königreich Ungarn, später zur Habsburgermonarchie, bevor sie nach dem Ersten Weltkrieg rumänisch wurde. Mit einer Unterbrechung von 1940 bis 1944 ist sie dies noch heute.

Und zu allen Zeiten wurde sie von den verschiedensten Völkergruppen Siebenbürgens bewohnt. Bedauerlicherweise hat sich allerdings bis heute aus diesen unterschiedlichen Erinnerungen keine wirklich gemeinsame, nicht-nationalistische Geschichtskultur entwickelt. Natürlich gibt es Bemühungen um Verständigung, mehrsprachige Initiativen und Menschen, denen die „Ethnie“ ihrer Nachbarn erfreulich egal ist. Aber im öffentlichen Gedenken stehen sich die historischen Narrative häufig noch immer ziemlich unversöhnlich gegenüber. Und der Umstand, dass der Ort quasi ein „ungarisches“ und ein „rumänisches“ Stadtzentrum besitzt, macht die Situation noch kurioser und skurriler.

Aber natürlich gibt es auch Orte, wo alle Kulturen nebeneinander und miteinander stattfinden können, etwa in der tollen Annie Klaus Galerie. Hier findet man tolle Postkarten für 2 €, wunderbare Drucke für 30 € oder auch ein wandfüllendes Gemälde für einen bedeutenden fünfstelligen Betrag. Und da meine Liebste und ich etwas verrückt sind, sind wir unserem eigenen Wahlspruch „Kauft mehr Kunst!“ gerne gefolgt.



Abends gab es dann wunderbare, selbstgemachte Nudeln bei Pasta Nostra. (Hier gab es von uns fünf von fünf möglichen „Da capo(s)!“)

Unser Fazit? Wir freuen uns schon auf 2027!

Sonntag, Oktober 25, 2026

Woche 43/2026 - Lyon, "Der Handstreich auf dem Königstein" und php

Therapeutisches Bloggen war ja schon immer so ein Ding hier. Ja, eigentlich der Grund, warum ich an dieser Stelle einst mit semi-fiktionalem Microposting anfing. Und da ich momentan keinen der größeren und älteren Wochenberichte fertig bekomme, habe ich beschlossen, einfach mal ein paar offene Tabs in meinem Hirn an dieser Stelle öffentlich zu schließen.

Gereist

In dieser Woche war ich dienstlich in Lyon. Nun ja, man hätte sich bessere Wochen aussuchen können.  „Die Tourismusinformation ist wohl zurzeit geschlossen“, meinte mein finnischer Kollege.


Die Lage war während unseres Aufenthalts allerdings durchgehen ruhig und außerhalb der ehemaligen „Kampfzone“ ziemlich "normal". Obwohl die Schwägerin nur eine Stunde entfernt wohnt, war ich bisher tatsächlich nur durch Lyon durchgereist. Aber mein erster Eindruck (in den abendlichen Stunden nach der Arbeit) lässt ein schönes Ausflugsziel für ein verlängertes Wochenende vermuten. Zudem haben wir zu fairen Preisen sehr gut gespeist (Œuf mollet mit Pilzen, Entenbrust mit Brombeer-Sauce, Crème brûlée).

 


Gelernt

Ich war etwas überrascht, wie wenig die Öffentlichkeit darüber weiß, was PHP so tut und warum es so wichtig ist. Das kommt davon, wenn man in einer Bubble lebt. Gefühlt gab es seit Y2K kein IT-(Sicherheits-)Problem mehr, das es so nachhaltig in die Mainstream-Medien geschafft hat. Auch schön zu sehen, wie viele öffentliche Institutionen ihre Seiten vorsorglich vom Netz genommen hatten. Die Grundfesten des Systems scheinen zu funktionieren. (Zumindest hoffe ich das ganz inständig.)

Gelesen

Ich erwähnte es mehrmals, unter anderem in der Eskapedia: Ich sammle (und lese) das MOSAIK, die legendäre (ost)deutsche Comicserie. Zuletzt gab es mit „Das Duell an der Newa“ und „Das Konzert unter Wasser“ gleich zwei neuproduzierte Hefte, die es 1964 nie über das Manuskript hinaus geschafft hatten. Nun legte der Media Neos Verlag nach und gab das Heft 79 mit neuem Titel " Der Handstreich auf dem Königstein" und alternativen Cover als „Die Digedags“ und Beilage anlässlich „190 Jahre Sächsische Dampfschiffahrtsgesellschaft“ als Nachdruck heraus. Mein Fazit: Schöne Idee, die Umsetzung eher enttäuschend. Während das Cover wirklich gelungen ist, stimmt die Druckqualität des Reprints des Heftinhalts so gar nicht: Alles verwaschen und einfach bäh. Ich will nicht von Geldschneiderei sprechen, aber das ist wirklich nur was für Leute, die ungefiltert alles sammeln.


Gehört & Gesehen

Eventuell habe ich mich über ein AI-Filmchen mit AI-Musik amüsiert, das AI kritisiert. Es sind keine einfachen Zeiten.

Montag, Oktober 12, 2026

Woche 39/2026 - Reisen im Zeichen des Buches (Teil 1) oder was ich über Lesungen gelernt zu haben glaube

Dankbarkeit ist wichtig. Ich zum Beispiel danke meinem unerschrockenen Vergangenheits-Ich dafür, dass es gelegentlich, weit im Voraus, Termine zusagt, zu denen mir bei einer kurzfristigen Betrachtung der Mut und die Entschlusskraft fehlen würden.


Letztes Wochenende durfte ich so gleich zweimal meinen Kinderbucherstling in einem ganz besonderen Ambiente vorstellen. Es ging auf ein Herbstfest auf einem ehemals herzoglichen Schloss, was ein schönes, aber auch risikobehaftetes Unterfangen war. Nicht, dass mich der nette und sehr kompetente Schlossherr als Hofnarr dienstverpflichten wollte, nein, wenn man Teil eines größeren Programms ist, weiß man nie, welche Prioritäten solch ein Publikum hat und wie viel Wohlwollen, Interesse und Sitzfleisch mitgebracht wird.



So versuchte ich bei beiden Sessions, die für einen Mecklenburger höchstmögliche Flexibilität an den Tag zu legen. Und so las ich so lange und so viel, wie ich noch generelles Einvernehmen im Saal spüren konnte. Ich glaube, wir hatten alle Spaß, auch wenn Zuspruch und Buchverkäufe nicht mit einer regulären Lesung vergleichbar waren. Und bei der launigen Rückfahrt von der siebten und vielleicht letzten Lesung des Kalenderjahres legte ich mir einige Erkenntnisse zurecht, die ich bisher sammeln konnte:

(1) Ökonomisch machen Lesungen im Rahmen von größeren, nicht-literarischen Events wenig Sinn. Falls man sich doch darauf einlässt, sollten Beginn und Ende klar kommuniziert werden.

(2) Dank eines sehr auskömmlich entlohnten Hauptberufs muss ich für Lesungen keine Honorare aufrufen. So kann ich kleine Kulturvereine, unabhängige Buchhandlungen und Schulen unterstützen. Eine Reisekostenvergütung sollte aber schon drin sein, etwas, was mir bisher immer gern gewährt wurde. Und falls ich mal mit Einladungen zu Lesungen in Filialen großer Ketten zugeschüttet werden, schreibt mein untriebiges aus vielen kompetenten Menschen bestehendens Management gern eine Rechnung.

(3) Wenn man auf Buchverkäufe schielt, sollte man vermehrt Veranstaltungen organisieren, an denen Eltern teilnehmen, also eher die Events in Buchhandlungen und Kulturvereinen buchen. Regelmäßig gibt es auch Buchbestellungen nach Lesungen in Schulen und Bibliotheken, aber das sind andere Größenordnungen. (In meinem Fall etwas 1 zu 10)

(4) Online-Lesungen machen nur Spaß mit Konversationspartnern. Zu meinem bevorzugten Setup gehört daher mein Lieblingsautor (oder gerne auch Roland) und viele aktive Beitragende aus dem Chat.

(5) Lesungen sind ein Unterhaltungsevent. Crowdwork von Minute eins ist für eine gute Gruppendynamik und begeisterungsfähige Atmosphäre angebracht. Ich lasse seit Tag 1 etwa alle Teilnehmenden imaginäre Helme aufsetzen und sich ordnungsgemäß für die Reise ins All anschnallen. (Spuren die Erwachsenen nicht, drohe ich auch schon mal mit der astronautischen Berufsgenossenschaft.) Das funktioniert immer. Neuerdings stelle ich am Ende stelle für alle Teilnehmenden Sternenreisepässe aus, was mich immer mit vielen Leuten in sehr angenehme Gespräche bringt. (Dazu mehr in Teil 2 im Bericht von Woche 40/2026.)

(6) Bei der Lesungsdurchführung sollte man sich weitestgehend unabhängig vom Veranstaltenden machen. Ich bringe sogar immer einen eigenen - natürlich stilechten - Trinkbecher mit, genauso wie Wasser, Bebilderungen, Merch etc. pp. Mit der Ausrüstung könnte ich im Zweifelsfall sogar in einer schlecht beleuchteten Kammer auf der Raumstation Pydra lesen. (Eventuell werde ich mir im nächsten Jahr mal so einen tragbaren Sprachverstärker* zulegen. Ich werde berichten.)

Ich hoffe, meine Ausführungen waren verständlich und ausreichend interessant. Ansonsten dürft ihr gern in den Kommentaren nachtreten... äh... fragen.

Dienstag, September 08, 2026

Woche 37/2026 - Ich, das Konsumopfer, oder wie ich einen äußerst günstigen Sky-Tarif erbeutete

Gelernt

Ich dachte bisher, meine Geografiekenntnisse wären knapp überdurchschnittlich. Aber offenbar sind sie das doch nicht. Ich habe gerade gelernt, dass Russland und Nordkorea eine gut 17 Kilometer lange gemeinsame Grenze haben, deren Existenz mir bisher völlig unbekannt war.

Eingekauft

Es herbstet. Und danach ist Winter. Und meine Liebste, eigentlich ein Wald- und Wiesen-Wesen, wird dann wieder mehr Zeit im heimischen Wohnzimmer verbringen wollen. In den letzten Jahren wurde bei uns dann gerne Wintersport eingeschaltet. Oder die Premier League, um gemeinsam Liverpool anzufeuern, wie ich es selbst seit dem letzten Jahrtausend tue.


In den vergangenen Jahren hatte ich bei WOW das Bundesliga-/Sport-Paket gebucht. Erst für einen einzelnen Monat, dann, in einem Anflug von Größenwahn, fürs ganze Jahr. Nun waren mal wieder zwölf Monate vorbei und ich auf der Suche nach neuen Angeboten. Bei WOW war es eher mau. (Schlechter Reim intended!)

Bei Sky allerdings bekommt man momentan – in Kombination mit einem Rabattcode und Payback-Punkten – für 21 Euro im Monat: Sky Bundesliga, Sky Sport, Sky Cinema und Paramount+ dazu.

Da habe ich zugeschlagen. Ich altes Konsumopfer.

Geärgert

So unproblematisch die Sky-Paketbucherei war, das ganze Unternehmen schien dann fast daran zu scheitern, dass die Verifizierungs-Mail bei mir nicht ankam. Trotz ausgeschaltetem Spamfilter.

Der Sky-Service (irgendwas zwischen AI-Chatbot und eigentlich englischsprachigem Kundencenter in Bengaluru) war natürlich auch nicht hilfreich. Da beschloss ich, nur für diesen Zweck eine Mailadresse bei Proton anzulegen.

Und puff: Die Nachricht kam durch.

Ich wollte hier schon abbrechen, da fütterte ich meinen regulären Mailaccount noch mit der Absenderadresse für die Whitelist und dann … kam tatsächlich auch dort die Mail an.

Muss ich nicht verstehen. Stöhn!

Freitag, September 04, 2026

Woche 31/2026 - Von Bären, Schwiegereltern und fehlendem Strom

„Das zieht über uns hinweg!“, sagt die Schwiegermama.

Eine Frau, die in ihrem nicht schnittfesten Bikini mit einer Kettensäge gerne mal Bäume zerlegt, hat keine Angst vor einem siebenbürgischen Sommergewitter.

Der Schwiegervater hingegen, ein belesener Mann der Wissenschaft, traut dann doch lieber dem rumänischen Wetterdienst. Und dieser hatte satte 25 Liter Wasser pro Quadratmeter vorhergesagt. Innerhalb einer Stunde.

Daher treibt der Schwiegervater uns an. Und da ich nicht einer bin, der sich mit seinen Schwiegereltern anlegt (weder den eigenen, noch mit denen von meiner Ehefrau), räume ich hastig Gartenmöbel ins Haus. Natürlich immer möglichst so, dass die Schwiegermama nicht merkt, dass ich diesen Akt des Widerstands gegen ihren (Zweck)optimismus unterstützte.

Zehn Minuten später, der Regen wird bereits horizontal über unseren grünen Hügel im Wald geblasen, sitzen wir dann gemütlich im trockenen Haus und lassen die Natur Natur sein. Können wir ja auch. Wir sind ja schließlich keine transsilvanischen Bären, die gerade in ihrem Wald den Waschgang ihres Lebens erhalten.

Störend ist allerdings der Stromausfall, der kurz darauf unser Tal erreicht. Und die Situation wird auch nicht besser dadurch, dass meine Liebste ihre Mutter mal wieder daran erinnert, wie wir unser Lieblingshaus schon seit Jahren mit einer PV-Anlage und Speicher ausstatten möchten, dies aber grundsätzlich von der älteren Generation mit der Argumentation „Das ist nicht zuverlässig,“ abgebügelt wird.

„Zwanzig Prozent Strom fehlen im Land momentan.“, erzählt mein Schwager in einer Lautstärke, dass man es sicher in allen Räumen des nicht kleinen Sommerhauses hört. Wir haben ja auch gerade kein Lagerfeuer in das man Öl gießen könnte. "Es gibt zu wenig Wasser in den Flüssen für das Wasserkraftwerk und natürlich auch für den Kernreaktor."

Ich schweige.

Im Gegensatz zu meinem Schwager plane ich ja noch zwei Wochen in diesem Domizil verbringen.



Donnerstag, August 13, 2026

Woche 30/2026 - Lose Enden und Nolans Odyssee

Bevor ich zur bereits vorurlaubenden Familie stieß, habe ich mich in dieser Woche um lose Enden gekümmert.

So eine Woche ohne familiäre Verpflichtungen ist für mich immer eine ziemliche Umstellung: Kein Frühstück machen, kein Daueraufräumen der Wohnung, kein Kinderrumkutschieren. Wirklich stressfrei ist sie aber trotzdem nicht: Diesmal etwa musste ich um die bisher vernachlässigten Steuererklärungen kümmern.

Ich finde es ja schön, dass Vater Staat an meinen Dauererfolg als Schriftsteller glaubt, aber meine jährlichen Einnahmen sind sehr schwankend und immer im unteren vierstelligen Bereich bei dieser Nebentätigkeit, und es nervt bisweilen, dass man mal ein paar Hundert Euro Lohnsteuervorauszahlung  leisten darf und mal nicht. Immer davon abhängig, wie Buchverkäufe und Ausschüttungen von VG Wort so liefen. Zumindest fällt mittlerweile die Gewerbesteuererklärung für Kleinunternehmer weg. Ein Formular weniger.

Trotzdem war ich zwischenzeitlich so gerädert vom Hardcore-Excelwesen – ja, bei mir geht es um 'ne Menge Kleinbeträge –, dass ich spontan beschloss, eine Wand in der Küche zu streichen. (In der „freien“ Woche renoviere ich sonst eigentlich immer, 2026 hatte ich das nicht geplant.) Das Ergebnis war ganz zufriedenstellend. (Also bei Steuer und Wand.)

Im Büro halte ich es seit einiger Zeit so, dass ich in den letzten 10 Arbeitstagen vor dem Jahresurlaub mich nur noch um offene Vorgänge kümmere. Der Unmut von manchem im mittleren Management halte ich gerne aus. Denn selbst das reguläre Abarbeiten frißt genug Ressourcen, der Rest geht für Übergaben und Kollegen – ja, es sind immer Männer – drauf, denen ich einen rhetorischen Mittelfinger zeigen muss, weil sie mit irgendwelchem nebensächlichen Quatsch und Torschlusspanik vor mir stehen.

Gesehen

Was Schönes gönnte ich mir dann noch zum Wochenabschluss. Ganz allein gingen meine Cola light und ich ins Kino und schauten uns die Odyssee an. Nach einigen Minuten war klar, das Minimalziel würde erreicht werden: eine Verfilmung besser als die Wolfgang-Petersen-Version von Troja. Der viel vermisste M. und ich litten damals beide sehr u. a. unter Mr. Jeanswerbung als Achilles und darunter, wie man den armen Ajax darstellte. Da konnte auch Peter O'Toole wenig retten.

Auch im Vorfeld dieses Films hatte ich ein bisschen Angst beim Blick aufs Nolan'sche Casting. Da waren sehr viele der hollywoodtypischen „Milchbrötchen“ zu finden. Matt „Ich finde in keinem meiner Filme nach Hause“ Damon als Hauptdarsteller schlug sich erstaunlich gut und auch Anne Hathaway und Tom Holland schlugen sich besser als von mir erwartet. Himesh Patel hätte ich mehr Redezeit bzw. Tiefe gegönnt und auch Elliot Page macht seine Sache mehr als ordentlich. Deutlich unzufrieden war ich mit der Darstellung des Agamemnon, der wie ein antiker Darth Vader inszeniert wurde. Trotzdem: Die Odyssee ist gutes Popcornkino, für einen echten Klassiker hätte es aber ein bisschen mehr Mut und v. a. Metaebene bedurft.



Montag, August 10, 2026

Woche 29/2026 - Das sicherheitslückige Podlove und die wenig verbreitete Trümmerfrau

Geärgert

Podlove hatte mal wieder eine Sicherheitslücke. So sehr ich die Software mag, aber dass es nun schon zum zweiten Mal eine Sicherheitslücke gab, die für Unbefugte nahezu unbeschränkten Zugriff zum Serverspeicherplatz der betroffenen WordPress-Installationen ermöglicht, ist kaum erträglich. Ich hoffe, ich konnte jeglichen Schaden abwenden, befürchte aber, dass es eventuell bald ständiges AI-optimiertes Trommelfeuer auf jegliche Server geben könnte. Aber was weiß ich schon.

Gelernt

Letzte Woche erfuhr ich Neues über deutsche Flüchtlinge in Dänemark in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs, diese Woche, dass die „Trümmerfrauen“ gar nicht flächendeckend in Deutschland tätig waren, um das zerstörte Land wieder aufzurichten. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig (a) Geschichtswissenschaft ist und (b) gut gepflegte Narrative gelegentlich zu überprüfen. 

Gehört

Donnerstag, August 06, 2026

Woche 28/2026 - Rico und das löchrige Nerd-T-Shirt

Geärgert 

Als Träger legerer Freizeitkleidung wurde ich im letzten Jahrzehnt in Sachen Motivshirts regelmäßig bei Qwertee fündig: Egal ob „Zurück in die Zukunft“, „X-Files“ oder Bücherdrachen – ungewöhnliche, gern nerdige Aufdrucke von talentierten Illustrierenden machten mir oft Freude. Zuletzt lässt allerdings die Stoffqualität mehr und mehr zu wünschen übrig, und der Blick auf die Motive lässt zudem den vermehrten Einsatz von KI vermuten. Oder das Eingereichte wird einfach weniger gut kuratiert als in der Vergangenheit. Zuletzt musste ich erstmals auch Zollgebühren zahlen, obwohl ich schwören könnte, dass die Ware – zumindest zeitweise – auch mal aus der EU verschickt wurde. Jedenfalls habe ich jetzt wirklich mal einen Anlass, mich auf dem Shirt-Markt umzusehen. Vielleicht wisst ihr ja was? 

Gelesen 

Ich erwähnte bereits, dass ich den ersten Band der „Rico und Oscar“ sehr mochte. Seit einiger Zeit gibt es eine Prequel-Reihe*, die unser Erstleser sehr gerne mag, und auch ich finde sie durchaus gelungen. Die Illus kommen diesmal nicht von Peter Schössow, sondern von Lena Winkel, was eine ganz bewusste Entscheidung des Autors war. Und ich mag ihre Bilder sehr. 

Gelernt 

Dank des NDR weiß ich jetzt, dass das Naziregime in den letzten Kriegsmonaten das besetzte Dänemark zwang, rund 250.000 deutsche Flüchtlinge aufzunehmen: "Oksbøl in Westjütland ist zwischen 1945 und 1949 das größte Flüchtlingslager in Dänemark. Mit mehr als 35.000 Bewohnern gilt es vorübergehend als fünftgrößte Stadt des Landes. Auf dem ehemaligen Lagergelände befindet sich neben dem Lagerfriedhof seit 2022 das FLUGT Refugee Museum of Denmark, das einerseits die Geschichte der deutschen Flüchtlinge in Dänemark aufarbeitet und andererseits Flucht als allgemeines Menschheitsthema behandelt."

Gehört

Mittwoch, Juli 22, 2026

Woche 27/2026 - Wie "cringe" ist es, wenn ich "Bist Du nicht ganz acker?!" sage? - Über Jugendsprache

„Papa, sag nicht immer ‚Butterbrotbüchse‘!“, beschwert sich meine Tochter. „Was ist denn das überhaupt für ein Wort? Kommt das noch aus den Siebzigern?!“

Unrecht hat die zeternde Zehnjährige nicht. Wahrscheinlich hat es sich, wie „Kaufhalle“ auch, längst überlebt. Wahrscheinlich habe ich von meinen Eltern nicht nur die Aussprache der Wörter „ölf“ und „Kürche“ übernommen.

Also sprechen das Kind und ich plötzlich über Jugendsprache. Über „cringe“, „das crazy“ und andere Begriffe, die hier im Haushalt mittlerweile tatsächlich öfter zu hören sind. Währenddessen krame ich in meinem Hirn nach den Dingen, die wir in den 1980er- und 1990er-Jahren als Kinder und Jugendliche so sagten. "Urst" fällt mir da relativ schnell ein. Da mein Gedächnis allerdings endlich ist, stöbere ich schnell in Fachliteratur herum und stoße auf das „Kleine Wörterbuch der Jugendsprache“ von Margot Heinemann aus dem Jahr 1989, das noch in der DDR erschien.


Eher regional geprägte Ausdrücke wie das rhetorische „Bist du nicht ganz acker?!“ und das damals unvermeidliche "hoschig" finde ich darin nicht. Dafür einiges, das bei mir noch immer im Sprachschatz festsitzt, etwa die Adjektive „a*schlos“ und „übelst“. „Das fetzt ja!“ hingegen habe ich seit Jahrzehnten weder gesagt noch gehört.

„Ich denk', mein Hamster bohnert!“ ist heute ebenfalls eher erklärungsbedürftig. Früher musste man im Schulhaus noch einmal pro Woche aufpassen, dass man sich nach dem Bohnern nicht die „Gräten“ brach. Heute ist man froh, wenn dort überhaupt mal gefegt wird … Ein bisschen kulturpessimistische Jammerei muss bei dem Thema "Moderne Zeiten" schließlich auch sein.

Dann stoße ich beim Lesen auf den Begriff „Buschplahudi“, den ich noch nie gehört habe. Soooo groß war die DDR doch gar nicht, dass man das nicht hätte mitbekommen können. Oder?! Auch im Internet finde ich dazu nichts beziehungsweise nur Rückverweise auf jenes Wörterbuch



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Vielleicht müsste ich Simon Meier-Vieracker einmal beknien, sich des Falls anzunehmen. Apropos: Sein Buch „Sprache ist, was du draus machst!“* möchte ich an dieser Stelle sehr empfehlen.

Während unser aller Fußballlinguist höchst spannend über Simsen, Posten, Gendern, Fluchen und anderen gegenwärtigen Sprachgebrauch berichtet, erläutert er quasi nebenbei zentrale sprachwissenschaftliche Konzepte. Zudem behandelt er den Unterschied zwischen sprachlichen Regeln und dem tatsächlichen Sprachgebrauch, die regionale und soziale Variation des Deutschen sowie den stetigen Sprachwandel.

      


Anhand alltäglicher Beispiele zeigt er, wie Linguist*innen mit großen Sammlungen echter Sprachdaten – sogenannten Korpora – arbeiten, um Dialekte, neue Wörter oder typische Formulierungen zu untersuchen. Ziemlich er- und einleuchtend fand ich die Beispiele dafür, wie aus vermeintlichen „Fehlern“ irgendwann regelhafte Standardsprache wird. Sie müssen sich eben nur weit genug verbreiten und oft genug wiederholt werden.

Ui, jetzt habe ich das Internet fast vollgeschrieben. Schluß für heute.

Ich meine natürlich: „Ich mach jetzt lieber mal die Flocke!“

Samstag, Juli 11, 2026

Woche 26/2026 - Deutschstunde, Bloggiges und Heart fürs Herz

Nachgedacht

Über die Jahre schwankten die Lesendenzahlen hier immer mal. Nun ja, der Weg vom therapeutischen, fiktionierten Microblogging zu dem heutigen wöchentlichen Tagebuchblogformat war ja auch ein langer. 22 Jahre stehen mittlerweile auf dem Schreibkilometerzähler. 

Äußerst positiv auf die Statistiken - im Endeffekt schreibt man ja schon nicht nur für sich selbst - wirkt sich seit letzten Jahr die Teilnahme am deutschsprachigen "UberBlogr Webring" aus. Und also habe ich mich auch gleich bei Bubbles angemeldet, sofort nachdem ich bei Wirres über die neue Startseite für die Blogosphere mit Up-und-Download-Funktion gelesen hatte.

Ein To-Do bleibt bei mir: Eure Blogs und Seite selbst mehr lesen und darunter kommentieren.

Gesehen

Ich gehöre ja zu den weirden Kids, die im Teenageralter mit der meisten Schullektüre etwas anfangen konnten: Nathan, der Weise; Faust - Erster Teil, Death of a Salesman, Die Leiden des Jungen Werther und Die neuen Leiden des jungen W. (Genervt war ich eigentlich nur von Kabale und Liebe und Lord of the Flies.) Auch später hatte ich an vielen Klassikern eine Menge Spaß: Don Quichote, Moby Dick, der Zauberberg oder die Schachnovelle.

Lenz' Deutschstunde war an mir bisher aber irgendwie vorbeigegangen, bis ich diese Woche mir die Verfilmung von 2019 ansah. Ein wirklich beklemmendes, brillant gespieltes, emotionales und bildgewaltiges Werk. Aber man muß dafür in richtige, emotional ausgeglichener Stimmung sein.

Gehört

Vielleicht sogar besser als das Original.

Mittwoch, Juli 08, 2026

Woche 25/2026 - Remington Noiseless 7 (Portable) und der Widerrufsbutton

Gelernt

Seit unserem Besuch im "Museum für Kommunikation" hat unser großes Kind (10) einen Wunsch: eine eigene Schreibmaschine. Und natürlich ist diese Bitte nichts, was mein stolzes, väterliches Autorenherz ablehnen kann. Da die Erika meiner Eltern momentan nicht auffindbar ist, musste ich mich - leider, leider - auf Kleinanzeigen umsehen, um ein Maschinchen zu finden, das den Zweck erfüllen, aber das Budget nicht sprengen würde. Es gibt härtere Schicksale.

Schon nach kurzer Zeit stieß ich auf eine Remington Noiseless 7 (Portable) aus den frühen 1930er Jahren, die der Vorbesitzer zu einem äußerst günstigen Preis abzugeben gedachte. Die Maschine machte denn auch vor Ort einen äußerst guten Eindruck, nur an den Cannabisgeruch, der vom Gehäuse ausgeht, habe ich mich noch nicht gewöhnt.


Die Mechanik der Remington überzeugte  dann auch bei der Inaugenscheinnahme am heimischen Arbeitsplatz. Ich löste die vier Schrauben, die die Maschine mit dem Koffer verbanden und konnte dann gut mit einem fusselfreien Tuch und Waffenöl alle Hebelchen, Federn und Konsorten reinigen. Die zuerst angedachte Nutzung von Wattestäbchen verwarf ich zugunsten der einer sehr weichen Zahnbüste, da erstere durch wildes Herumfusseln mehr Schaden als Nutzen zu bringen schien.



Den Koffer reinigte ich mit KFZ-Cockpitspray und Lederreiniger, ohne aber zu einem abschließenden Befund zu kommen, was besser funktionierte.

Nachdem ich alles wieder zusammenmontiert hatte, legte ich das bikolore Farbband richtig ein. (Das hatte der Vorbesitzer nicht geschafft.) Hilfreich war dabei die Gebrauchsanleitung vom Gerät.

Die Remington sieht nicht nur phantastisch aus, sondern ist wirklich leise und hat eine wunderschöne Schriftart. Nur die automatische Rechtschreibkorrektur scheint nicht zu funktionieren.


Geärgert

Dass ich im Jahr 2026 noch beim Konsum der Tagesschau aufschrecke, spricht nicht für mein momentanes Nervenkostüm. Aber wie ich erfuhr, gibt es tatsächlich eine neue EU-Verordnung zum Widerruf bei Online-Käufen. Irgendwie war das an mir total vorbeigegangen.

Nachdem ich versuchte, das Problem mit einem weiteren Plugin für WordPress/WooCommerce zu lösen (ja, Bücher wollen auch online verkauft werden), war ich kurz davor, die Wand anzuschreien. Das Plugin funktionierte so mittel, dafür hatten potenzielle Käufe plötzlich eine Bezahlmethode zur Verfügung, die ich niemals eingerichtet hatte. Aus Ermangelung einer eigenen Luftwaffe, die ich für Vergeltungsmaßnahmen hätte einsetzen können, schmiss ich das Plugin kurzerhand wieder raus. Und überlegte noch einmal. Was kann man tun, wenn man die Hausaufgabe nicht versteht? Richtig, man schreibt sie ab! Und so schaute ich u.a. bei Kiki vorbei, wie sie das Problem löste. Am Ende entschied ich mich für ein simples Textformular und einen statischen Link. Wieder einmal hatte simples HTML den Tag gerettet ... 

Freitag, Juni 26, 2026

Woche 24/2026 - Ist denn Fußball immer noch wichtig? #WM2026

Braucht jemand noch Gründe, die FIFA-Fußball-WM doof zu finden?

Falls ja, habe ich Euch eine Liste erstellt. Da wären u.a.

  • die Anbiederung an Autokraten und Diktatoren (Trump),

  • das Ignorieren von Menschenrechten und Klimawandel (WMs in Katar, USA, Saudi-Arabien),

  • die Durchkommerzialisierung jedes Aspekts des Spiels ("Trinkpausen"),

  • die Überhöhung von Einzelspielern (CR7, Kane, Messi, Mbappé),

  • das unreflektierte Abfeiern von Offensivfußball.


Am Tag des Eröffnungsspiels hatte ich also tatsächlich nur 0,34 Bock auf der nach oben offenen Begeisterungsskala. Und dann passierte es. Der Lütte (7) kam ganz aufgeregt ins Wohnzimmer geschlichen und nahm neben mir Platz. Ich wechselte von der staatstragenden Betroffenheitsvorberichterstattung auf dem ZDF (Ja, ich weiß, Bildungsauftrag und so. Aber warum gerade dann, wenn eigentlich ein bisschen Stimmung aufkommen sollte?!) zu MagentaTV, für das ich zwei Gratismonate erburgert hatte. Und dann geschah es: Die Moderatoren waren in bester Laune und mit langen Schalten in das gut besuchte Aztekenstadion kam plötzlich so etwas wie ausgelassene Fußballstimmung in mir auf. Ja, die WM 2026 ist nicht nur das Turnier in den USA (und Kanada), sondern auch ein Wettbewerb im fußballtraditionsreichen und begeisterungsfähigen Mexiko!

Und bevor ich meine Gedanken sortieren konnte, gab es eine Eröffnungsveranstaltung, die nicht sofort Fremdschämen verursachte. Ja, der übergroße Pokal auf dem Feld war eine trumpeske Peinlichkeit, aber die Co-Gastgeber ließen es sich nicht nehmen, anstelle von standardisierter nordamerikanischer Popmusik mit ganz viel Lokalkolorit zu spielen. Das mitsingende Stadion dankte es ihnen und ich ihnen auch.

Also bin ich doch moderat positiv gestimmt, dass der Lütte eine schöne erste Fußballweltmeisterschaft hat. Mein Arbeitsauftrag in den nächsten Wochen: Nicht nur das Taschengeld des Nachwuchses, sondern auch mein eigenes für Fußballsticker ausgeben (So ein Päckchen liegt mittlerweile bei 1,50 €. Aber wenn wir ehrlich sind, war das auch 1994 preislich äquivalent zu einer Kugel Eis.), Begeisterung für Defensivfußball und Underdogs ("I am from Bosnia...") wecken und Patriotismus eindämmen.

Apropos Patriotismus eindämmen: Wen unterstütze ich denn am besten in diesem Jahr? Die DFB-Elf tolerierte ich in guten Jahren und normalerweise bin ich ein England-Supporter, aber die aktuelle Selbstverliebtheit, der Trainer (Tuchel, würg) und die  Harrykanisierung der Berichterstattung führen dazu, dass ich 2026 das St.-George's-Cross im Schrank lasse und es nicht wie gewohnt aus dem Wohnzimmer wehen lasse. Es gibt Schlimmeres.

Freitag, Juni 19, 2026

Woche 23/2026 - Von Armin, Asterix und einem außergewöhnlich unterhaltsamen Podcast

Geärgert

„Ich bin nicht verärgert! Ich bin enttäuscht!“, sollte ich wahrscheinlich schreiben. Der Lütte (7 Jahre alt und großer Asterix- und Sportfan) hatte beschlossen, es wäre Zeit, dass wir als Familie gemeinsam mal „Asterix bei den Olympischen Spielen“ anschauen könnten.

Das Heft war mir durchaus in positiver Erinnerung geblieben, und auch wenn ich kein großer Fan der Realverfilmungen der Geschichten um Galliens unbeugsamstes Dorf bin, wollte ich dem Streifen aus dem Jahr 2008 eine Chance geben. War das ein Abend. Wenn ich Alkohol trinken würde, hätte mir vielleicht ein Schnaps dabei geholfen, um diesen fürchterlichen Film zu überstehen. Das mit Asterix-Content jeglicher Art in Zukunft unterbieten zu können, wird schwierig werden. Chapeau!



Gelesen

Ich hätte mir auch nicht erträumen lassen, dass ich mal der Mensch sein würde, der mit Freude Bildbände durchblättert. In meinem fünften Lebensjahrzehnt habe ich tatsächlich wirklich Spaß daran, und das liegt u. a. an solch liebevoll gestalteten Büchern wie dem jüngsten Werk von Schauspiellegende Armin Müller-Stahl namens „Selbst in Filmen, Farben und Formen*“. Schon allein das Cover ist mindestens eine 4,8 von 5. Gut, vielleicht bin ich parteiisch, weil Fan.


Gehört

„Noch jemand ohne Podcast?“, dachten sich wohl Schauspieler Brent Spiner und Regisseur Jonathan Frakes, beide bekannt aus Star Trek: The Next Generation. Aber anstatt ihre Sendungen um dieses und andere Franchises rotieren zu lassen, gingen sie nicht den einfachen – und wahrscheinlich ermüdenden – Weg, in der eigenen Blase zu verweilen, sondern erzählen 1001 lustige Geschichten aus ihren langen Hollywoodleben, und ihre Gäste tun das Übrige. „Dropping Names“ ist witzig, kurzweilig und die richtige Unterhaltung für alle, die mal ein paar Stunden vom deprimierenden Weltgeschehen abgelenkt werden möchten.

Dienstag, Juni 09, 2026

Woche 22/2026 - Von Waldmöpsen und Familientreffen

"Wir sollten uns öfter sehen!", sagte mein Onkel und begann mit der Planung eines großen Familientreffens. "Es kann ja nicht sein, dass wir uns nur noch zu Beerdigungen treffen." Tragischerweise verstarb er kurz darauf selbst überraschend. Er war kaum 50 Jahre alt und hatte noch keine einzige Einladungskarte verschickt.


Was nach dem Einstieg in einen ehere mittelmäßigen Generationenroman klingt, ist die Zusammenfassung der realen Ereignisse, die meine Familie väterlicherseits alle zwei Jahre zusammenführen. Und das mittlerweile in der dritten Dekade. Vier Generationen der Nachfahren meines Urgroßvaters treffen sich dann irgendwo zwischen dem Breisgau und der vorpommerschen Ostseeküste, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu klönen.



Dieses Jahr ging die Reise nach Brandenburg an der Havel, einen Ort, den ich sonst wahrscheinlich nie besucht hätte, wenn ich ehrlich bin. Als Rest-DDR-Sozialisierter war mir natürlich Stahl Brandenburg ein Begriff, als Ausflugsziel hatte ich den Ort allerdings nicht auf dem Radar. Vollkommen zu Unrecht!



Wer ein ruhiges, hübsches Städtchen mit viel Wasser besuchen möchte, sollte diesen Blogpost für zukünftige Urlaubsplanungen im Hinterkopf behalten. Unser Hotel gehörte zwar zu keiner international agierenden Kette, lag dafür aber direkt an einem See und hatte nagelneue Tretboote am Steg. Für ausdauernde Eltern-Kind-Bespaßung war - außerhalb einer sehr zu empfehlenden Waldmops-Stadtführung - also auch gesorgt.


Absolutes Highlight – und das war aufgrund einer eher unscheinbaren Webseite nicht zu erahnen – war für alle Teilnehmenden zwischen 7 und 83 Jahren der Besuch des Industriemuseums. An der Führung durch das alte Stahlwerk war einfach alles interessant, beeindruckend und fotografierenswert.



Samstag, Juni 06, 2026

Woche 21/2026 - re:publica 2026 #rp26

Der Mai verlief bisher ereignisreich: Erst eine Dienstreise von mir nach Warschau, dann flog die Liebste nach Tallinn und zwischendurch ganz viel Möbelzusammengeschraube und Wandmalerei. Und damit wir diese Schlagzahl auch beibehielten, machte ich mich am Sonntag auf den Weg zur re:publica.

Nach guten Erfahrungen mit dem Hotel in fußläufiger Distanz zum Tagungsort hatte ich mich auch dieses Jahr dort eingecheckt. Das Zimmer war so gut, wie ich es in Erinnerung hatte, obwohl ich mich auch 2026 fragte, warum ein „Executive Room“ keinen Schreibtisch besitzt. Also schob ich meinen Dienstrechner auf das schmale Sideboard unterm Fernseher, um in den Tagen wenigstens ein paar Dienstmails schreiben zu können. Zumindest musste ich diesmal nicht parallel zur Konferenz eine europaweite Ausschreibung betreuen.

Am Montag stand ich dann schon um 9 Uhr gut gelaunt am Einlass, was eine sehr gute Entscheidung war. So konnte ich schon vor dem erwartbaren Massenansturm mein Namensschild in Empfang nehmen. Auch war es sehr schön, mit den Leuten in der Exhib Area entspannt zu plaudern, bevor der Wahnsinn begann.

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Inhaltlich überzeugte mich z.B. die aufrüttelnde Keynote von Karen Hao („Empire of AI“), die aufzeigte, was der ausufernde Einsatz von LLMs sozial, ökonomisch und ökologisch anrichtet. Sie plädiert auf sehr nachvollziehbare Art u.a. für den Einsatz kleinerer Modelle für begrenzte Probleme, die bedeutend ressourcenschonender sind. Wo letztes Jahr noch deutliche Skepsis herrschte, wurden vielerorts schon konkrete Vorschläge gemacht, wie man wieder den Deckel auf Pandoras Büchse bekommt. 

Gelungen fand ich auch viele Beiträge auf den kleinen Bühnen, wie den der Berliner Bibliotheken zur Archivierung von Webseiten. 

Was blieb sonst so? Der subjektive Eindruck, dass wieder mehr Fachbesucher als Erlebnistouristen auf der #rp26 waren. Zudem große Freude, die Kohlenstoffversionen von einigen von Euch kennenzulernen (Loosy & Kuchenschwarte) bzw. wiederzutreffen (Patricia). 

Nostalgische Gefühle kamen beim Panel mit den Blogosphären-Urgesteinen auf, ohne die Geschehnisse von damals künstlich zu erhöhen. 

Die dümmliche Berichterstattung vom Spiegel (ich zitiere mich selbst: „Wenn der Artikel nicht so böswillig wäre – und all die anderen, wirklich wichtigen Aspekte der #rp26 ausklammern würde, wie den verantwortungsvollen Umgang mit AI und digitale Souveränität –, könnte man sich darüber amüsieren, wie unwohl sich René Pfister in einer diversen, progressiven Umgebung fühlt.“) konnte auch meine Laune nach so tollen Tagen nicht verderben. Einige Tabs werden im Kopf noch eine Weile offen sein.

Donnerstag, Mai 14, 2026

Woche 13/2026 - LCARS, Merkel und Spitzkohl

Gekocht

Kompliziert lautet der Beziehungsstatus zwischen dem SPIEGEL und mir. Vergleichbar mit einer nur noch dahinplätschernden langen Ehe bin ich mal mehr, mal weniger von ihm genervt. Den allwöchentlich ausgerufenen Untergang der Zivilisation kann ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr ernst nehmen. Trotzdem gibt es immer noch das eine oder andere, was ich an ihm schätze.

So deckt mein S+-Abo meinen täglichen Grundbedarf an Information ab; den Rest übernehmen Lokal- und Fachpresse sowie meine sehr belesene Timeline, die immer gute Links empfiehlt.

Ach, warum fasele ich hier eigentlich vor mich hin? Ich mag die pragmatischen Kochkolumnen der Hamburger. Der Empfehlung für japanischen Spitzkohl möchte ich mich zum Beispiel anschließen.

Ausprobiert

Womit testet man neue großformatige Bildschirme und Beamer am besten? Als Trekkie natürlich mit Robs unglaublich detailliertem LCARS-Nachbau.

Er läuft ruckelfrei im Browser, ist komplett kostenfrei und bietet verschiedenste Einstellungen — von Sternenkartografie bis zur Darstellung unterschiedlichster Föderationsraumschiffe. Dazu kommen originalgetreue Soundeffekte, die das Ganze perfekt abrunden.


Gelesen

Die Autobiographie unserer einzigen Kanzlerin a. D. erschien bereits 2024 und tatsächlich habe ich fast zwei Jahre gebraucht, um mich durch das über 700 Seiten starke Werk zu arbeiten.

„Freiheit. Erinnerungen 1954–2021“ ist sehr lang, detailverliebt und in seinem Protokollstil bisweilen ermüdend. Man hätte es auf die Hälfte kürzen können, vielleicht sogar müssen.

Spannend und interessant wird das Buch immer dann, wenn Merkel nicht nur Ereignisse und Umstände referiert, sondern sie einordnet, ihre eigenen Gedankengänge offenlegt und politische Zwänge erklärt. Wie ihre Kanzlerinnenschaft ist auch dieses Buch ein Werk des Fleißes, der wissenschaftlichen Nüchternheit und der Disziplin.

Eine politische Vision bleibt es ebenso schuldig wie allzu private Einblicke in ihr Leben. Aber dafür braucht es vielleicht Menschen mit einem anderen Naturell.

Apropos, Angela... Dieser Sketch ist nachwievor großartig.

Mittwoch, Mai 13, 2026

Woche 12/2026 - Mette, Musik und multiple Emojis

Gelernt

Für genau solchen Quatsch wurde das Internet erfunden. Glaube ich zumindest. Auf Google kann man verschiedene Emoji miteinder fusionieren. Ich könnte mich damit stundenlang beschäftigen.






Gelesen

Vielleicht gibt es tatsächlich da draußen wirklich noch Leute, die nicht wissen, dass Herr Kowski ein Buch geschrieben hat. Eines, das wunderbar zu den aktuellen Mondmissionen paßt. 

Mette ist Prinzessin im kleinsten Königreich der Welt. Das wäre nicht schlimm, würde sie deshalb nicht von den anderen Königssöhnen und -töchtern andauernd geärgert werden. "Eingezwängt" zwischen den Nachbarstaaten bleibt nur eine Option: Man expandiert nach oben. Also wird aus dem Schlossturm eine Rakete gebaut und der Mond als Reiseziel ausgegeben. Aber das ist erst der Anfang dieser fantastisch-heiteren Reise mit starken Anleihen an die "wahren" Raumflüge zum Erdtrabanten.

Von mir gibt es - total parteiische - fünf von fünf Raumanzügen.

Gehört

Donnerstag, Mai 07, 2026

Woche 11/2026 - Garden Cricket in Up Over

Wenn ich das mit dem Bloggen im vergangenen Jahr kontinuierlicher hinbekommen hätte, wüsstet ihr, dass wir im Sommer, anstatt wie gewohnt zu den Schwiegers ins schöne Siebenbürgen zu fliegen, all unsere Barreserven erst im Wohnzimmer aufschichteten, um anschließend Tickets für einen Flug nach Australien zu kaufen.

Was für eine Reise! Was für ein Urlaub! (Vielleicht hole ich den Bericht noch mal irgendwann nach. Im Falle eines selbstgeschriebenen Bestsellers, zum Beispiel. Oder etwas Profanerem, wie ein Hauptgewinn im Lotto oder dem Ableben einer bisher unbekannten, abstoßend superreichen Erbtante.)

Im Unterland hatten wir mit unseren Gastgebern, den wunderbaren Pateneltern der Kids, sehr viel Spaß. Einer der Gründe für die ausgedehnte Freude war, dass jemand, dem ich an dieser Stelle nur den Codenamen „Coach“ geben möchte, uns ins Cricket-Spiel einführte. Abendelang saßen wir zusammen, klönten und beobachteten die Profis bei diesem wunderbaren Schlagspiel. (Ins Melbourne Cricket Ground, das mehr als 100.000 Menschen fasst, schafften wir es auch, aber da wurde saisonbedingt gerade Aussie Rules Football gespielt.)

Und da wir nicht nur gutes Zuschauermaterial sind, organisierte der Coach für uns im rückwärtigen Bereich des Hauses eine Spielstätte für Garden Cricket. Was folgte, waren einige der vergnüglichsten Stunden dieses Urlaubs. Mit der richtigen Mischung aus Ehrgeiz und kompletter Ahnungslosigkeit wurde gebowlt und geschlagen, bis die Anzahl der Bälle in den Nachbargrundstücken eine kritische Anzahl erreicht hatte. Also verlegten wir die nächsten Runden in eine öffentliche Grünanlage und begannen, unsere eigenen Familienregeln festzulegen. (Sie sind bedeutend verständlicher, wenn man die Grundprinzipien von Cricket bereits kennt.)

Hier klicken zum Ausklappen unserer🏏Garden Cricket  Regeln

1. Spielfeld

  • Gespielt wird auf einem Rasenstück, der umlaufende Weg bildet die Spielfeldgrenze
  • Abstand zwischen Abwurflinie (Bowling Line) und Wicket beträgt zehn Meter

2. Spielgeräte

  • ein Schläger
  • ein Wicket (richtiges Wicket/Kasten/Tonne etc.)
  • mind. ein Tennisball

3. Spieler & Reihenfolge

  • Mindestens 3 Spieler
  • Jeder Spieler sammelt eigene Punkte
  • Schlagreihenfolge: Fest rotierend (A → B → C → D → …)
  • Wurfreihenfolge: Ebenfalls rotierend (B → C → D → …)
  • Spieler, die gerade schlagen, werden als Werfer übersprungen und holen ihre Würfe nach, sobald sie nicht mehr schlagen und der aktuelle Werfer mit seinen zwölf Würfen (“Over”) fertig ist

4. Bowling (Werfen)

  • Der Ball muss gebowlt werden, d.h. in einer kreisförmigen Bewegung mit durchgestrecktem Arm
  • Der Ball muss vor dem Wicket aufspringen, damit ein Wicket-Treffer zum Aus („Out“) führen kann
  • Ungültiger Wurf (No-Ball): Regelwidrige Würfe werden wiederholt, sie zählen nicht zu den zwölf Würfen eines “Over”

5. Ablauf eines Durchgangs

  • Jeder Werfer hat 12 gültige Würfe (ein “Over”), danach wechselt der Werfer
  • Ein “Over” wird nicht unterbrochen, auch wenn ein Spieler ausscheidet

6. Spielende

  • Das Spiel endet, wenn alle Schläger „out“ sind.
  • Es können mehrere Durchgänge gespielt werden.

7. Runs (Punkte)

  • Nach einem Treffer läuft der Schläger zwischen: Abwurflinie ↔ Wicket
  • Es zählen nur gerade Runs (2, 4, 6, …), 
  • Ein Run zählt erst nach Hin- und Rückweg
  • Mehrfachläufe sind erlaubt, solange der Ball im Spiel ist
  • Ein Spieler ist sicher, wenn: er selbst oder sein Schläger (Bat) die Linie am Wicket berührt
  • Boundary-Regel:
    • Berührt der Ball den Weg: 4 Runs, wenn der Ball rollt
    • 6 Runs, wenn der Ball direkt (ohne Bodenkontakt) dort landet
  • +1 Run (Wide), wenn: der Ball vom Werfer so geworfen wird, dass der Schläger unter realistischen Umständen nicht schlagbar

8. Weiteres Extras

  • Überwürfe (“Overthrows”) durch den Werfer, d.h. der Ball passiert  dass Wicket ohne, dass er dahinter gefangen wird), führen zu keinen zusätzlichen Runs.

9. „Out“-Regeln

  • Ein Schläger ist aus, wenn:
    • Das Wicket wird getroffen, während der Spieler sich zwischen den Linien befindet (nicht „sicher“)
    • Direkter Wicket-Treffer durch den Werfer: Der Ball trifft das Wicket nach vorherigem Aufprall
    • Der Schläger wirft selbst das Wicket um
    • Der Spieler verdeckt beim Schlagen das Wicket mit dem Körper und wird dabei vom Ball getroffen bevor er ihn mit dem Schläger berührt hat
    • Der Ball wird nach dem Schlag direkt aus der Luft gefangen

10. Kooperationsregel

  • Alle Regel- und Streitfragen werden friedlich und freundlich gemeinsam entschieden. Spaß und Fairness haben immer Vorrang. 

Also, wenn ihr ein paar Verrückte mitten auf einer Grünfläche in einer norddeutschen Innenstadt Garden Cricket spielen seht … sagt einfach mal Hallo.